Künstliche Intelligenz im Weltraum: Wie CIMON 2 den Mensch zum Mars begleiten könnte

Bonn/Weltraum - Dieses Gerät soll Gefühle verstehen, Probleme erahnen und Astronauten auf dem Weg zum Mars unterstützen: CIMON 2 ist ein Technik-Assistent für Astronauten im Weltraum. Jetzt startete das beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) entwickelte Gerät zur Internationalen Raumstation (ISS).

Eine Falcon 9 Rakete mit dem privaten unbemannten Raumfrachter "Dragon" des US-Raumfahrunternehmens SpaceX beim Start zur ISS.
Eine Falcon 9 Rakete mit dem privaten unbemannten Raumfrachter "Dragon" des US-Raumfahrunternehmens SpaceX beim Start zur ISS.  © John Raoux/AP/dpa

Dort ist CIMON 2 die weiterentwickelte Ablöse für den ersten CIMON, der erstmals von Astronaut Alexander Gerst getestet wurde.

CIMON 2 ist eine Technik-Kugel voller Sensoren, gesteuert durch künstliche Intelligenz und Befehle der Astronauten.

Till Eisenberg, CIMON-Projektleiter bei Airbus erklärte: "CIMON-2 verfügt über sensiblere Mikrophone und einen weiterentwickelten Orientierungssinn. Auch die KI-Fähigkeiten und die Stabilität der Softwareanwendungen wurden deutlich verbessert."

Das heißt: CIMON 2 soll als Experiment selbstständig in der ISS unterwegs sein und die Astronauten unterstützen.

Langfristig könnte der clevere Assistent die Astronauten so betreuen und auf langen Reisen zum Mond oder sogar zum Mars stützen.

DLR-Projektleiter Christian Karrasch: "Auf dem Weg zum Mond oder Mars könnte sich die Crew dann auch ohne eine permanente Datenverbindung zur Erde auf einen KI-basierten Assistenz-Service verlassen."

CIMON 2 soll ein einfühlsamer Gesprächspartner werden

CIMON 2 kann selbstständig in der Schwerelosigkeit schweben, sprechen und analysieren.
CIMON 2 kann selbstständig in der Schwerelosigkeit schweben, sprechen und analysieren.  © DLR (CC-BY 3.0)

Wie weit die Künstliche Intelligenz dabei längst ist, verriet der IBM-Projektleiter. CIMON basiert auf der Watson-Technik.

"Bei seinem ersten Einsatz auf der ISS hat CIMON bewiesen, dass er Inhalte nicht nur in ihrem Kontext verstehen kann, sondern auch die Intention dahinter", so Matthias Biniok von IBM.

CIMON 2 ist noch ein Stück intelligenter.

"CIMON-2 geht noch einen Schritt weiter. Mithilfe des IBM Watson Tone Analyzers aus der IBM Cloud in Frankfurt ist er nun in der Lage, die Emotionen der Astronauten auszuwerten und situationsgerecht darauf zu reagieren, wenn die Astronauten es möchten oder die Emotionsanalyse im Rahmen eines Experiments getestet wird."

So könne sich die clevere Kugel bei Bedarf von einem wissenschaftlichen Assistenten in einen einfühlsamen Gesprächspartner verwandeln."


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