Weniger Straftaten in Köln, aber zwei Delikte machen Sorgen

Köln – In Köln und Leverkusen gab es 2018 knapp acht Prozent weniger Straftaten als im Vorjahr. Zwei Problemfelder hat die Polizei aber besonders im Blick. Dies gab der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob (63) am Dienstag bekannt.

Seit 2016 gibt es in Köln einen Rückgang an Straftaten (Symbolbild).
Seit 2016 gibt es in Köln einen Rückgang an Straftaten (Symbolbild).  © DPA

Mit insgesamt 137.313 Fällen im Bereich des Polizeipräsidiums Köln habe die Kriminalitätsrate wieder das Niveau von 2010 erreicht und somit den positiven Trend seit 2016 bestätigt.

Insbesondere bei Diebstählen konnte ein weiterer Rückgang der Fallzahlen beobachtet werden. 2018 gab es in Köln so wenig Wohnungseinbrüche wie zuletzt 1975. Im Jahresvergleich (minus 23 Prozent) ist der Rückgang ähnlich deutlich wie beim Taschendiebstahl (minus 16 Prozent).

In allen sieben Polizei-Gebieten im Stadtbereich Köln/Leverkusen gab es 2018 weniger Straftaten, auch im Bereich "Mitte". Laut Polizei ist dies ein Hinweis darauf, dass die Kriminalität sich nicht einfach verlagert habe.

Wo es Licht gibt, da ist aber auch Schatten. Im vergangenen Jahr wurden erneut mehr Fahrräder geklaut (9.345). Die Schadensumme stieg auf 6,35 Millionen Euro (700 Euro pro Rad).

Noch deutlicher sind die Zuwächse bei zwei anderen Delikten. Die Zahl der Tötungsdelikte stieg um 50 Prozent auf 24 an, wobei alle Fälle aufgeklärt werden konnten. Unter dem Begriff "Tötungsdelikt" dokumentiert die Polizei alle Fälle, in denen Täter andere Menschen getötet haben (Mord, Totschlag).

Dem sogenannten "Enkeltrick" oder anderen Betrugsmaschen fielen im vergangenen Jahr 2.246 Senioren zum Opfer, wobei es in drei von vier Fällen bei einem Versuch der Straftat blieb. Dennoch gab es 573 Fälle mehr als 2017 – ein Plus von 34 Prozent.

Polizei: Mehrere Gründe für Rückgang der Kriminalität

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob (2.v.l) bei der Pressekonferenz zur Kriminalitätsstatistik 2018.
Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob (2.v.l) bei der Pressekonferenz zur Kriminalitätsstatistik 2018.  © TAG24

Durch die aktuellen Zahlen fühlt sich Polizeipräsident Jacob hinsichtlich des Einsatzkonzepts bestätigt. Man sei "relativ erfolgreich" und wolle weiterhin Präsenz zeigen.

Die positive Entwicklung sei mehreren Faktoren geschuldet. Er nannte zum einen das konsequente Auftreten im Falle auftretender Konflikte wie beispielsweise der Rocker-Problematik.

Jacob lobte die Zusammenarbeit mit den "Netzwerkpartnern" wie u.a. die Stadt Köln und die Bundespolizei. Im Kampf gegen Kriminelle nutze die Kölner Polizei auch die Möglichkeiten des neuen Polizeigesetzes.

Zudem erhalte die Behörde auch mehr Hinweise aus der Bevölkerung, die Bürger seien aufmerksamer. Nach den Vorkommnissen an Silvester 2015/16 sei wieder mehr Vertrauen in die Arbeit der Polizei vorhanden.

Titelfoto: DPA

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