Wenn es nach ihr geht, sollten alle Sachsen auf Fleisch verzichten

Isabelle Tesche (29) ist Gründungsmitglied der neuen V-Partei³ in 
Sachsen. Tierrechtsaktivistin zu sein, reicht ihr nicht.
Isabelle Tesche (29) ist Gründungsmitglied der neuen V-Partei³ in Sachsen. Tierrechtsaktivistin zu sein, reicht ihr nicht.  © Uwe Meinhold

Freiberg - Auf dem Wahlzettel der Sachsen zur Bundestagswahl findet sich auch die neue V-Partei³ für Veränderung, Vegetarier und Veganer. Ihr radikales Ziel: Alle sollen auf Fleisch verzichten, so Sachsens Landes-Vize Isabelle Tesche (29).

Sind sie die radikaleren Grünen? Erst im April hat sich die Partei in Sachsen gegründet, bundesweit 2016. Im Freistaat gibt es etwa 30 Mitglieder. Zentral sind die Themen Verbraucher-, Tier- und Klimaschutz. Veganismus als neue politische Richtung!

Bis 2030 soll die Landwirtschaft komplett bio-vegan sein. „Ziel ist, dass Tiere nicht mehr industriell gehalten, geschlachtet und gemolken werden und keine Eier mehr konsumiert werden“, so Isabelle Tesche, Platz zwei der Landesliste.

Landwirte könnten gestützt durch Subventionen Gemüse und Obst anbauen. „Wir möchten aber niemandem etwas verbieten, sondern überzeugen“, so die Restauratorin, die jetzt Steinmetz-Azubi bei Freiberg ist.

Sie selbst sei auch erst seit zwei Jahren Veganerin - ihr früheres Lieblingsgericht: Schweineschnitzel mit Käse überbacken. „Ich habe viel über Milch- und Eierproduktion erfahren und bin über Nacht Veganerin geworden.“

Weiteres Ziel: Die Fluchtursachen sollen bekämpft werden. „Überschussproduktion, etwa Fleisch, wird billig nach Afrika verkauft und macht dort die Märkte kaputt“, so Tesche. Zudem solle das Wirtschaftssystem umgestellt werden - hin zu Qualität und Nachhaltigkeit.

Große Illusionen macht sie sich nicht: „Das ist die erste Wahl in Sachsen, wir müssen erst mal auf uns aufmerksam machen.“ Übrigens: Selbst Fleischesser dürfen Mitglied werden. „Auch sie sind oft gegen Massentierhaltung.“


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