Wer in diesem EU-Land bettelt, dem droht ab sofort Knast

Ein Bettler sitzt in einer Fußgänger-Passage (Symbolbild).
Ein Bettler sitzt in einer Fußgänger-Passage (Symbolbild).  © DPA

Kopenhagen - Jetzt greift Dänemark knallhart gegen Bettler durch und hat ein schärferes Gesetz gegen aggressive Bettelei verabschiedet. Das Gesetz wurde von einer breiten Mehrheit getragen und am Mittwoch beschlossen. Die Verbotsliste ist lang.

So gelten die Bettelverbote in Fußgängerzonen, vor Supermärkten, in Bahnhöfen, Zügen oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit dem Gesetz will die Regierung vor allem dem Betteln durch Angehörige der Roma-Minderheit aus Osteuropa einen Riegel vorschieben. Ende Juni soll es in Kraft treten.

Søren Pape Poulsen, dänischer Justizminister, begrüßte die Maßnahmen und erklärte, die Mitte-Rechts Minderheitsregierung habe "entschlossen" reagiert.

Die Regierung kam der Bevölkerung entgegen, in der es wachsenden Unmut über aggressive Bettler und illegale Lager, gibt. So sagte Poulsen:"Wir werden nicht zulassen, dass Leute in öffentlichen Plätzen Lager aufschlagen, unsere Kirchhöfe als Toiletten gebrauchen und in Zügen betteln.

Das Strafmaß wird durch die neuen Vorschriften für Ersttäter auf zwei Wochen Gefängnis verdoppelt. Wer besonders aggressiv bettelt, kann nun sogar ohne vorherige Verwarnung durch die Polizei verurteilt werden.

Einen eingebrachten Zusatz über die Abschiebung verurteilter Täter von Seiten der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei, lehnte das Parlament jedoch ab. Wer in Dänemark betteln will, sollte sich das in Zukunft also ganz genau überlegen, sonst droht tatsächlich der Knast.

Titelfoto: DPA


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