"Divers" als neues Geschlecht: So wenige Änderungen gab es bis jetzt wirklich

Berlin - Bislang nutzen wenige intersexuelle Menschen die Möglichkeit, ihr Geschlecht ganz offiziell in "divers" ändern zu lassen. Woran könnte das liegen?

Intersexualität ist keine freie Entscheidung, inzwischen können Betroffene auch offiziell zu ihren Besonderheiten stehen. (Symbolbild)
Intersexualität ist keine freie Entscheidung, inzwischen können Betroffene auch offiziell zu ihren Besonderheiten stehen. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Dass der neue Geschlechtseintrag in mehreren deutschen Großstädten wenig nachgefragt ist, besagt eine stichprobenartige Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach ist die Stadt mit den meisten Änderungen zum Geschlecht "divers" die Hauptstadt Berlin. von Jahresbeginn an, bis Mitte April wollten dort neun Erwachsene bei Standesämtern ihre Angaben ändern lassen.

In Köln wollten sechs, in Nürnberg fünf und in Regensburg drei Menschen ihr Geschlecht zu "divers" ändern lassen. An vielen Orten gab es laut "Deutscher Presse-Agentur überhaupt keine einzige Nachfrage.

Laut Experten könnte die Angst vor Diskriminierung eine Rolle spielen. Auch ist der Prozess nicht der einfachste: Es muss ein ärztliches Attest vorgelegt werden, nur in Ausnahmen reicht eine eidesstattliche Versicherung. Insgesamt solle deutschlandweit etwa 160.000 Intersexuelle geben.

"Intersexuell" bedeutet, dass Geschlechtsmerkmale, awie etwa Chromosomen, Hormone, oder Genitalien, nicht eindeutig ausgeprägt sind. Es müssen also körperliche Merkmale vorliegen, um als Intersexuell anerkannt zu werden.

Hier zu sehen ist Vanja, eine intersexuelle Person, die bereits im Jahr 2014 das "dritte Geschlecht" forderte. Inzwischen ist das rechtlich möglich, viele Betroffene nehmen das Angebot allerdings nicht wahr.
Hier zu sehen ist Vanja, eine intersexuelle Person, die bereits im Jahr 2014 das "dritte Geschlecht" forderte. Inzwischen ist das rechtlich möglich, viele Betroffene nehmen das Angebot allerdings nicht wahr.  © Peter Steffen/dpa

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