Bravo: Mainz-Trainer Beierlorzer begeistert mit dieser Fair-Play-Geste

Bremen - Es sollte ein Spiel auf Augenhöhe sein und endete spätestens 38 Minuten und dem 4:0 für die Mainzer in einer Vollkatastrophe: Das Kellerduell der Bundesliga zwischen Werder Bremen und dem FSV Mainz 05 glich zeitweise einem Bremer Offenbarungseid. Eine Szene am Rande des Spielfeldes war dabei symptomatisch für das Spiel und die aktuelle Situation.

Bravo: Mainz-Trainer Achim Beierlorzer ein fairer Sportsmann.
Bravo: Mainz-Trainer Achim Beierlorzer ein fairer Sportsmann.  © Torsten Silz/dpa

Gut vier Wochen ist Achim Beierlorzer nun an der Seitenlinie der 05er. Seither gab es fünf Spiele - darunter drei Siege und zwei Niederlagen. Für ein von ihm übernommenes blutleeres Mainz eine vernünftige Quote.

An dem Punkt, an dem Beierlorzer die Mainzer übernommen hat, befindet sich derzeit der SV Werder Bremen. Nach der 1:6-Packung am Samstag beim FC Bayern München gab es nur drei Tage später vor eigenem Publikum die nächste Tracht Prügel.

Gegen einen direkten Konkurrenten ging man mit 0:5 in der Weser baden, nicht zuletzt, weil die effizienten Beierlorzer-Schützlinge auf ein völlig verunsichertes Bremen trafen.

Doch Bremen wäre nicht Bremen, wenn es selbst in solch schweren Tagen die Fassung verlieren würde, und Trainer Florian Kohfeldt wäre nicht Trainer Florian Kohfeldt, wenn er nicht dennoch offensiv denken und mit offenem Visier spielen lassen würde. So brachte der 37-Jährige in der 70. Minute den ewigen Claudio Pizarro.

Und diesem ewigen Claudio Pizarro gab er einen kleinen Zettel mit taktischen Anweisungen mit. "Pizza" lieferte den Zettel bei Davy Klaassen ab. Und was machte der Niederländer? Er las die Notiz, knüllte sie zusammen und warf sie auf an den Spielfeldrand.

Und dann wäre Werder eben aktuell auch nicht Werder, wenn selbst eine solche Aktion irgendwie schiefginge.

Zettel landet in verbotener Zone, Beierlorzer reagiert sportlich

Es war auch nicht der Abend des Davy Klaassen.
Es war auch nicht der Abend des Davy Klaassen.  © Carmen Jaspersen/dpa

Das Notizbällchen landete nämlich genau vor den Füßen des Trainers. Nur eben leider nicht vor Kohfeldt, sondern vor Beierlorzer. Dieser hob den Zettel letztlich auf, überlegte kurz und gab ihm den vierten Offiziellen.

Definitiv eine faire Geste des gebürtigen Erlangers. Doch eines ist auch klar. Bei noch zu spielenden 20 Minuten und einem 4:0-Polster im Rücken, kann man auf das "Ausspähen" der Top-Secret-Umstellung Kohfeldts wohl auch etwas leichter verzichten, als wenn es Spitz auf Knopf stehen würde.

Dennoch hat Beierlorzer mit dieser Aktion als Sportsmann bei vielen Zuschauern und Fans wohl den einen oder anderen Pluspunkt gesammelt. Die Fairness hat sich letztlich sogar ausgezahlt.

Denn der 22-jährige Franzose Jean-Philippe Mateta setzte etwa elf Minuten später den 5:0-Schlusspunkt für Mainz.

Am Wochendende empfangen die Mainzer dann noch Bayer Leverkusen und die Bremer gastieren beim nächsten direkten Kontrahenten, dem 1.FC Köln.

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