Patzelt neuer CDU-Scout: So will der Professor Mitte-Rechts zurückerobern

Dresden - Vom kritischen Analytiker zum Team-Player: Sachsens bekanntester Politikwissenschaftler, der Dresdner TU-Professor Werner J. Patzelt (65), geht ins Wahlkampfteam der sächsischen CDU. Er soll der Union vor allem erklären, wie man die zur AfD abgewanderten Wähler zurückgewinnt.

Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt wechselt ins Wahlkampfteam der sächsischen CDU.
Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt wechselt ins Wahlkampfteam der sächsischen CDU.  © DPA

In knapp drei Monaten endet Patzelts Wissenschaftskarriere offiziell. "Ich werde zum 31. März pensioniert und mit meiner beantragten Forschungsprofessur ziert sich die Universität", sagte der gebürtige Niederbayer am Sonntag TAG24. Nun geht‘s also vom Beobachterbalkon direkt hinein in den Politikbetrieb. Patzelt werde mit ihm die Programmkommission leiten, teilte CDU-General Alexander Dierks (31) am Sonntag mit.

Der populäre Wissenschaftler, der seit 1994 einfaches CDU-Mitglied ist, soll mithin maßgeblich das Wahlprogramm der Union erarbeiten. Seine Partei sei viel zu lange zu nachlässig und zu arrogant gewesen, analysiert Patzelt in gewohnt kritischer Offenheit. Viele Wähler hätten die Partei deshalb abgestraft und seien erst zur NPD, später zur AfD abgewandert.

„Diese Versäumnisse müssen wir aufarbeiten“, sagt Patzelt, der von politischen Kommentatoren häufig als „Pegida-Versteher“ bezeichnet wird, weil er die Protestler auf der Straße nie verurteilte oder als „Rechte“ verortete. Die AfD sei der Hauptgegner. Die Union solle aber niemandem nachlaufen oder nach dem Munde reden, betont Patzelt.

Innere Sicherheit, Bildung oder Digitalisierung - welches Leitthema er seiner Partei für den Wahlkampf empfehlen würde, das hält der wortgewandte Professor noch offen und spricht lediglich von „klarer Tatsachenpolitik“, die sich auch an der öffentlichen Meinung orientieren müsse. Einen Wahl-Slogan hat er dagegen schon: „Die CDU hat für Sachsen Gutes geleistet - die CDU hat Fehler gemacht - wir stellen die Fehler jetzt ab“, kommt es ihm sofort von den Lippen.

Und auf die Frage, ob er sich auch eine Karriere als Berufspolitiker, gar Minister vorstellen könnte, antwortet Patzelt in parteiübergreifend alt vertrauter Manier: „Wenn mich meine Partei ruft, kann sie sich auf mich verlassen.“

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