Mädchen (7) soll für 50 Schafe verkauft werden, sobald sie erste Periode bekommt

Westjordanland - Sie ist erst sieben Jahre alt, doch schon jetzt scheint der Weg der kleinen Zakura auf tragische Weise vorgezeichnet. Das Beduinenmädchen soll als Kinderbraut im Tausch für ein paar Tiere verkauft werden. Viel Zeit bleibt ihr nicht mehr.

Sollte Zakura (7) tatsächlich verkauft werden, droht sie ihr süßes Lächeln zu verlieren.
Sollte Zakura (7) tatsächlich verkauft werden, droht sie ihr süßes Lächeln zu verlieren.  © Screenshot Instagram/ivanvdovin

Mit dem Beginn ihrer Periode soll Zakura einem deutlich älteren Mann zur Heirat übergeben werden - im Austausch für 50 Schafe. So ist es in der nomadischen Gesellschaft noch immer Tradition, auch an der israelisch-palästinensischen Grenze, wo Zakura mit ihrem Vater Arafat lebt.

Auf das Schicksal des kleinen Mädchens will der russische Filmemacher Ivan Vdovin aufmerksam machen. Er lernte Zakura und Arafat auf einer früheren Drehreise kennen. "Im Sommer 2016 verbrachte ich einen Monat in der Wüste an der Grenze zu Israel und Palästina mit einem Filmteam", sagt er der "Daily Mail".

Arafat sei damals sein Guide gewesen und habe sich ihm irgendwann anvertraut. Vdovin erinnert sich: "Wir saßen in dem Sand neben seinem Haus.... wo er mit seinen zwei Frauen und drei Kindern lebt. Er stellte einen Kessel auf ein kleines Feuer am Boden und fragte mich dann auf Englisch: 'Magst du meine Tochter?'"

Der Vater bot dem Filmemacher an, Zakura mit nach Moskau zu nehmen, sie dort aufzuziehen und zu heiraten, wenn sie zwölf Jahre alt ist. "Ihre Zukunft hier ist vorbestimmt, sie ist jetzt frei, aber sie wird bald jemandes Eigentum werden", erklärte Arafat damals laut Vdovin. Sein Angebot, die Tochter mitzunehmen, sei aus reiner Verzweiflung entstanden.

Er liebe seine Tochter, sei aber nicht in der Lage, mit den lokalen Traditionen zu brechen, soll sich der Vater gerechtfertigt haben. "Du bist ein guter Mann und höchstwahrscheinlich wird sie eine Chance auf eine normale Ausbildung und ein Leben in einem anderen Land haben", sagte er zu Vdovin.

Dieser lehnte den Deal ab, versprach Arafat jedoch, zurückzukehren und einen Film über Zakura zu drehen, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Die geplante Dokumentation soll "Zakura, Beduinenmädchen" heißen und über Crowdfunding finanziert werden. Bisher seien 3.375 Pfund von anvisierten 11.275 zusammengekommen.

Den Rest will Filmemacher aus persönlichen Ersparnissen finanzieren. Er hofft, die Doku im nächsten Jahr zeigen und damit wachrütteln zu können. "Denn mit jedem Jahr schrumpfen Zakuras Chancen auf ein freies und glückliches Leben."

Titelfoto: Screenshot Instagram/ivanvdovin


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