Konfliktforscher: "Steigendes Gewalt-Potenzial bei Hitze wird belächelt"

Berlin - Mögliche Zusammenhänge zwischen Hitzewellen und Gewalt sind in Deutschland aus Sicht eines Experten weitgehend unerforscht.

Der Klimafaktor soll das körperliche Gewalt-Potenzial beeinflussen. (Bildmontage/Symbolbild)
Der Klimafaktor soll das körperliche Gewalt-Potenzial beeinflussen. (Bildmontage/Symbolbild)  © dpa/123RF

Der Klimafaktor sei hierzulande bislang eher belächelt worden, sagte der Konfliktforscher Andreas Zick von der Universität Bielefeld der Deutschen Presse-Agentur.

Er rechne allerdings mit wachsendem Interesse an dem Thema, da der Klimawandel und Hitzewellen auch hier mehr ins Blickfeld rückten.

"Wahrscheinlich werden wir in Zukunft mehr Daten sehen, weil wir erst jetzt feststellen, dass diese Faktoren eine Rolle spielen."

Vor allem in den USA beschäftigen sich Wissenschaftler seit Jahrzehnten mit dem Einfluss von Hitze auf Aggression und Gewalt.

"Es gab historisch diesen langen heißen Sommer in den USA, wo auf einmal die Zahl der Tötungsdelikte und so weiter angestiegen ist", erklärt Zick.

Die Daten sind nach seiner Einschätzung aber uneindeutig.

Für sich genommen seien die Hitzeeffekte gering, sie verstärkten eher bestimmte Stimmungslagen. Manche Studienautoren gehen wegen der Klimaerwärmung mit mehr erwarteten Hitzewellen auch von einem Anstieg der Kriminalität aus.

Erfrischung nötig! Am Mittwoch sollten es bis zu 39 Grad in der Hauptstadt werden. (Bildmontage)
Erfrischung nötig! Am Mittwoch sollten es bis zu 39 Grad in der Hauptstadt werden. (Bildmontage)  © DPA/Wetteronline

Titelfoto: dpa/123RF

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