Unwetter tobt erneut über Sachsen: Superzelle, Überschwemmung und Hagel treffen den Freistaat

Leisnig/Döbeln - Sachsen hat die zweite Unwetternacht in Folge erlebt. Nachdem es am Montagabend vor allem das Erzgebirge und den Raum Dresden traf, wütete am Dienstagabend ein heftiges Gewitter in Mittelsachsen und dem Raum Leipzig. Auch in Sachsen-Anhalt kam es zu Schäden und Verwüstungen.

Über Mittelsachsen hatte sich am Dienstagabend eine Superzelle gebildet.
Über Mittelsachsen hatte sich am Dienstagabend eine Superzelle gebildet.  © Bernd März

Besonders der Raum Döbeln und Leisnig waren diesmal von dem Unwetter betroffen: Am Abend bildete sich über dem Gebiet eine Superzelle. Das Unwetter brachte Hagel und vor allem viel Regen.

Zahlreiche Straßen wurden überflutet, in einigen Häusern stand das Wasser über einen halben Meter hoch.

In Börtewitz bei Leisnig hatte auch die Feuerwehr mit dem Wasser zu kämpfen, denn das Gerätehaus wurde ebenfalls geflutet.

Auf der A14 bei Döbeln ging zeitweise nichts mehr. Autofahrer suchten unter Brücken Schutz vor Regen und Hagel.

Am Dienstagabend wütete ein Unwetter auch über Dresden. Am Flughafen konnten zeitweise Maschinen weder starten noch landen (TAG24 berichtete).

Eine überflutete Straße bei Leisnig.
Eine überflutete Straße bei Leisnig.  © Bernd März

UPDATE, 7 Uhr:

Auch im Raum Leipzig hat das Unwetter schwer gewütet. So meldete die Polizei am Mittwochmorgen, dass gegen Mitternacht ein Blitz in das Dach eines Einfamilienhauses an der Straße des Friedens in Wurzen eingeschlagen war. Die Feuerwehr konnte den dadurch entstandenen Brand glücklicherweise schnell löschen, verletzt wurde niemand. Das Haus ist ebenfalls noch bewohnbar. Es entstand jedoch Sachschaden von etwa 5000 Euro.

Im Grimmaer Ortsteil Wagelwitz ist durch den starken Regen ein Rückhaltebecken übergelaufen, woraufhin eine Schlammlawine mit einer Höhe von 20 bis 30 Zentimeter durchs Dorf zog. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Cannewitz, Anwohner sowie ein örtlicher Bauunternehmer machten sich noch in der Nacht daran, die Verwüstungen zu räumen.

In Leipzig wurden durch den Regen mehrere Straßen überflutet.

Kameraden der Feuerwehr beim Hausbrand in Wurzen...
Kameraden der Feuerwehr beim Hausbrand in Wurzen...  © Sören Müller
Sowie bei den Aufräumarbeiten in Wagelwitz.
Sowie bei den Aufräumarbeiten in Wagelwitz.  © Sören Müller
Der starke Regen hatte in dem Grimmaer Ortsteil ein Regenrückhaltebecken zum Überlaufen gebracht, woraufhin eine Schlammlawine, zusätzlich gespeist vom Regen der umliegenden Felder, durchs Dorf zog.
Der starke Regen hatte in dem Grimmaer Ortsteil ein Regenrückhaltebecken zum Überlaufen gebracht, woraufhin eine Schlammlawine, zusätzlich gespeist vom Regen der umliegenden Felder, durchs Dorf zog.  © Sören Müller
In Leipzig waren durch den Regen mehrere Straßen überschwemmt worden.
In Leipzig waren durch den Regen mehrere Straßen überschwemmt worden.  © Einsatzfahrten Leipzig
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UPDATE, 8.50 Uhr:

Nicht nur in Sachsen, auch in Sachsen-Anhalt haben Unwetter in der vergangenen Nacht gewütet:

Im Landkreis Börde kam es zu heftigen Gewittern sowie starkem Niederschlag, gefolgt von starken Behinderungen im Straßenverkehr durch Aquaplaning. Auf der A2 zwischen Magdeburg und Braunschweig soll die Sichtweite zeitweise unter 30 Meter betragen haben.

In Uhrsleben schütteten die Wassermassen durch das Dach einer Tankstelle. Kurz vor Mitternach knallte es dann in Eimersleben. Nach Angaben der Feuerwehr war ein Blitz in eine Scheune eingeschlagen. Etwa 30 Kameraden waren schnell vor Ort. Zwar war der Brand schnell gelöscht, aber wegen des starken Regens glich der Löscheinsatz eher einer Wasserschlacht.

In der Gemeinde Völpke war es ebenfalls zu Überschwemmungen durch Schlamm und Wassermassen gekommen. Gegen 00:45 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, um Schlamm und überflutete Straßen zu bereinigen. "Schon die Anfahrt der Einsatzkräfte zum Gerätehaus gestaltete sich schwierig. Durch den starken Regen stand das Wasser zum Teil über 30 Zentimeter in den Straßen", so Einsatzleiter Fabian Heitmann. Von einem angrenzenden Acker drückte das Wasser große Mengen Dreck und Schlamm in die Ortschaft. Weil daraufhin die Gullis verstopften, liefen auch mehrere Garagen und zwei Keller voll. Erst nach knapp vier Stunden konnte der Einsatz größtenteils beendet werden.

In Uhrsleben drangen die Wassermassen sogar durch das Dach einer Tankstelle.
In Uhrsleben drangen die Wassermassen sogar durch das Dach einer Tankstelle.  © Matthias Strauß
Kameraden der Feuerwehr bei der Brandbekämpfung in Eimersleben.
Kameraden der Feuerwehr bei der Brandbekämpfung in Eimersleben.  © Matthias Strauß
In Völpke drangen Schlamm und Wasser sogar in Garagen und Keller.
In Völpke drangen Schlamm und Wasser sogar in Garagen und Keller.  © Matthias Strauß

Titelfoto: Bernd März

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