Wetter im Norden spielt verrückt: Wann wird es mal wieder richtig Winter?

Hamburg - Das aktuelle Winter-Wetter ist selbst für norddeutsche Verhältnisse eine Enttäuschung.

Der Winter in Hamburg präsentiert sich am Elbstrand bei Övelgönne in zahlreichen Grautönen.
Der Winter in Hamburg präsentiert sich am Elbstrand bei Övelgönne in zahlreichen Grautönen.  © Christian Charisius/dpa

Die Menschen in Hamburg haben sich daran gewöhnt, dass es zwischen Dezember und März höchstens ein paar Tage Schnee gibt.

Tatsächlich lag in Teilen der Stadt am 2. Januar ein weißer Hauch und in der Nacht von Dienstag auf Montag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach reichlich Schnee-Regen am Flughafen eine geschlossene Schneedecke mit einem Zentimeter Höhe gemessen.

Habt Ihr nicht gesehen? Der Schnee war auch schnell wieder geschmolzen. Denn der Winter 2019/2020 ist vor allem eins: viel zu warm!

Das zeigt die Zwischenbilanz. Der Dezember war in Hamburg mit einer Durchschnittstemperatur von 5 Grad genau 3 Grad wärmer als der vieljährige Mittelwert.

Die Abweichung nach oben wurde im Januar noch übertroffen, mit durchschnittlich 5,3 Grad war es 4,8 Grad zu warm.

In den anderen norddeutschen Bundesländern war es ebenfalls deutlich milder als um die Jahreszeit üblich. Bereits der Winter 2018/2019 war im Norden zu warm. Was ist nur mit dem Klima los?

So wird das Wetter zum Wochenstart in Hamburg

Der Beweis: Am 2. Januar lag zumindest in Teilen Hamburgs wie hier am Hafen eine ganz dünne Schneedecke.
Der Beweis: Am 2. Januar lag zumindest in Teilen Hamburgs wie hier am Hafen eine ganz dünne Schneedecke.  © TAG24/Oliver Wunder

Für die Natur ist die seit etlichen Monaten anhaltende Trockenheit allerdings das größere Problem.

Zwar hat es in den vergangenen Monaten viel geregnet, doch in tiefen Bodenschichten herrscht in weiten Teilen Norddeutschlands eine schwere bis extreme Dürre, wie Daten des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung zeigen. Das kann fatale Auswirkungen auf Wälder und Landwirtschaft haben.

Möglicherweise setzt sich der Trend zu Hitzewellen im Sommer und Dürren fort. Ein erster Ausblick des Met Office (meteorologischer Dienst des Vereinigten Königreichs) geht davon aus, dass das Jahr 2020 zu warm und trocken wird.

Demnach stehen die Chancen für einen verspäteten Wintereinbruch schlecht. Zumindest in den kommenden Tagen soll es in Norddeutschland weiterhin mild bleiben.

Laut DWD ziehen ab Sonntagmittag dichte Wolken auf, die Regen bringen. Dabei liegen die Höchstwerte bei 8 Grad. Nachts regnet es bei 4 bis 6 Grad, der Wind nimmt zu.

Am Montag gibt es Wolken und Schauer, es kann bis zu 10 Grad werden. Nachts geht die Temperatur auf 4 Grad zurück. An der Nordsee kann es stürmisch werden.

Dienstag gibt es einen leichten Temperaturrückgang auf 5 bis 7 Grad, dazu weiter Wolken, Schauer und Windböen. In der Nacht auf Mittwoch kann es leichten Bodenfrost geben, -1 Grad ist möglich.

Erst am Mittwoch soll es wieder freundlicher werden und die Sonne zwischen leichter Bewölkung durchkommen. Die Höchstwerte liegen bei 7 Grad. Nachts bleibt es bei 4 Grad frostfrei.

Der DWD-Ausblick bis Ende der Woche geht von keiner großen Änderung des Wetters aus. Richtiger Winter mit Eis und Schnee ist weiterhin nicht in Sicht.

Titelfoto: Montage: Christian Charisius/dpa, Screenshot/Wette

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