Riesige Hagelkörner, Blitze und Regen ohne Ende: So schlimm tobte das Unwetter über Sachsen

Sachsen - Sachsen hat eine unruhige Gewitternacht hinter sich: Im Erzgebirge und im Raum Dresden sorgte eine sogenannte Superzelle für Chaos.

Die B174 bei Marienberg stand am Sonntagabend unter Wasser.
Die B174 bei Marienberg stand am Sonntagabend unter Wasser.  © Bernd März

Das Unwetter zog gegen 21 Uhr am Pfingstmontag über die Region hinweg. Die Superzelle entstand über Tschechien und erfasste dann das Erzgebirge und brachte Hagel Sturm und viel Wasser. Vor allem im Süden Sachsens fielen 30 bis 50 Liter Regen pro Stunde, der DWD registrierte über Radargeräte Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern.

Die Kanalisation konnte die Regenmassen kaum fassen, so dass sich relativ schnell die Straßen in Seen-Landschaften verwandelten, wie die B95 bei Annaberg-Buchholz. Auch auf der B174 bei Marienberg ging nichts mehr: Die Fahrbahn war überflutet und der Hagel türmte sich zentimeterhoch.

In der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad ging infolge des heftigen Regens eine Schlammlawine ab. Eine Straße musste zwischenzeitlich gesperrt werden, außerdem wurde ein Haus durch den Schlamm beschädigt.

Blitzeinschläge halten Feuerwehr in Atem

In Steinbach bei Jöhstadt setzte ein Blitzeinschlag einen Dachstuhl in Brand.
In Steinbach bei Jöhstadt setzte ein Blitzeinschlag einen Dachstuhl in Brand.  © Bernd März

In Steinbach bei Jöhstadt schlug ein Blitz in einen Bauernhof ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Verletzte gab es bei dem Brand nicht.

Eine Anwohnerin berichtet: "Es ging Wind auf, ich habe Blitze fotografiert, dann war es kein Spaß mehr. Dann kam Hagel, Blitze. Auf einmal waren die Blitze ringsherum. Dann hat es klatsch gemacht, wir dachten bei uns hat es eingeschlagen und dann brennt vom Nachbar das Dach."

Auch den Raum Dresden hat das Unwetter getroffen: In Weinböhla (Kreis Meißen) am Hügelweg schlug ebenfalls ein Blitz in ein Haus ein. Auch dort sei laut Polizei niemand verletzt worden.

Am frühen Dienstagmorgen hat sich die Situation bereits entspannt, hieß es bei den Polizeistationen in Chemnitz und Dresden.

Am Dienstag kann es wieder teilweise zu heftigen Gewittern kommen. Es sind laut DWD Sturmböen bis 80 km/h, Starkregen und Hagel möglich.

Straße in der Sächsischen Schweiz nach Erdrutsch gesperrt

Die Kirnitzschtalstraße (S165) zwischen Bad Schandau und Ottendorf ist aufgrund eines Erdrutsches vorübergehend in beide Richtungen gesperrt. Ein Bagger muss die 1,2 Kilometer lange Strecke jetzt räumen.

Die Kirnitzschtalstraße in der Sächsischen Schweiz musste nach einem Erdrutsch gesperrt werden.
Die Kirnitzschtalstraße in der Sächsischen Schweiz musste nach einem Erdrutsch gesperrt werden.  © Marko Förster

Update, 6.25 Uhr: Himmelsspektakel über Festung Königstein

Auch über den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zog Dienstagnacht ein heftiges Unwetter. Am Himmel über der Festung Königstein zuckten gewaltige Blitze.

Blitz-Spektakel über der Festung Königstein.
Blitz-Spektakel über der Festung Königstein.  © Marko Förster

Update, 6.30 Uhr: Feueralarm im Erzgebirgsmuseum

In Cunersdorf musste die Feuerwehr einen Gullydeckel in der August-Bebel-Straße wieder einsetzen und die Dorfstraße von Unrat befreien. In Annaberg mussten Keller ausgepumpt werden.

Im Erzgebirgsmuseum in Annaberg rief die Brandmeldeanlage die Feuerwehr auf den Plan. Zum Glück war es aber nicht zu einem Brand gekommen, sondern aus einem Melder tropfte Wasser. Dadurch kam es immer wieder zu Alarm.

Update, 6.45 Uhr: Blitz setzt Scheune in Brand

In Kleindalzig in Zwenkau (Landkreis Leipzig) ist eine Scheune nach einem Blitzeinschlag in Brand geraten. Wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte, dauerten die Löscharbeiten noch bis in die Morgenstunden an. Die Feuerwehr konnte aber verhindern, dass die Flammen auf ein benachbartes Gebäude übergriffen. Eine Polizistin zog sich beim Sichern der Pferde leichte Verletzungen zu, sie wurde ambulant medizinisch versorgt.

Das Gebäude stand lichterloh in Flammen.
Das Gebäude stand lichterloh in Flammen.  © Kreisfeuerwehrverband Landkreis Leipzig

Update, 9.40 Uhr: Umgestürzte Bäume blockiert Straßen

Am Montagabend erreicht das Unwetter auch die Region Zittau. Dort stürzten mehrere Bäume um, landeten auf Straßen und blockierte diese. Hinzu kamen Dachziegel, Abfallreste und Müllcontainer, die der Sturm umgeweht hatte.Die Feuerwehren waren bis in die Morgenstunden im Dauereinsatz, um die Fahrbahnen zu beräumen.

In Olbersdorf stürzte ein Baum auf dem Gelände eines Volksbades auf eine Stromleitung. Die Leitung wurde dabei durchtrennt und musste nach dem Abschalten des Netzes ersetzt werden.

In Zittau versperrten umgestürzte Bäume die Straßen.
In Zittau versperrten umgestürzte Bäume die Straßen.  © LausitzNews.de/ Erik-Holm Langhof

Update, 11.20 Uhr: Aufräumen nach dem Unwetter

Am Dienstagmorgen sind die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter im Erzgebirge noch im vollen Gange. In Schlettau lag der Hagel am Morgen teilweise noch über 60 Zentimeter hoch. Der Bauhof Schlettau ist im Einsatz, weil auch die Straßen von Schlamm befreit werden müssen.

In Schlettau müssen die Straßen von Schlamm befreit werden.
In Schlettau müssen die Straßen von Schlamm befreit werden.  © Bernd März
Der Hagel lag auch am Dienstagmorgen noch zentimeterhoch.
Der Hagel lag auch am Dienstagmorgen noch zentimeterhoch.
In Weinböhla schlug ein Blitz in ein Dach ein.
In Weinböhla schlug ein Blitz in ein Dach ein.  © Christian Essler

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