Chihuahua "Norbert" kaltblütig mit Stock erschlagen: Prozess um toten Hund wird zur Lachnummer

Wetzlar - Keine Frage, kaltblütiger und brutaler Mord an Tieren ist etwas Schreckliches. Doch der Fall rund um den toten Chihuahua "Norbert", der Anfang 2019 mit einem Stock erschlagen wurde (TAG24 berichtete), wirft die Frage auf, wieviel gerichtlicher Aufwand für einen erschlagenen Hund angemessen ist.

Der kleine Chihuahua "Norbert" wurde mit einem Stock erschlagen (Symbolbild).
Der kleine Chihuahua "Norbert" wurde mit einem Stock erschlagen (Symbolbild).  © 123RF/Tatiana Chekryzhova

Ein Verhandlungstag vor dem Amtsgericht in Wetzlar wurde ursprünglich angesetzt, am Ende wurden es ganze fünf, wie die Hessenschau berichtete. Vor allem der Verteidiger des Mannes sei durch unnötige Zeugen, immer wieder neue Beweisanträge und Belehrungen in Richtung der Richterin Karimpour.

Letzteres führte sogar so weit, dass der Verteidiger des heute 64-jährigen Angeklagten ihr vorschreiben wollte, welche Fragen sie zu stellen habe. Darüber hinaus folgten Schimpftirade in Richtung der Pressevertreter und schließlich die Aussage, dass sein Mandant der Inbegriff eines rechtschaffenen Deutschen sei, der mit "Frau, Haus und zwei Kindern" alles notwendige erreicht habe.

Doch dem "rechtschaffenen Deutschen" wurde es mit Fortdauern des Prozesses immer mehr Angst und Bange. Denn bei einer Verurteilung mit höchstmöglichem Strafmaß von zwölf Monaten Haft oder mehr auf Bewährung, wäre dem Hochschulprofessor die Pension flöten gegangen.

Wohl auch deshalb wollte er schließlich mit einer finanziellen Entschädigung für "Norberts" Frauchen für eine Deeskalation der Lage sorgen. Doch dieses Angebot kam auch laut dem zuständigen Staatsanwalt bei weitem zu spät.

Anfang 2019 befanden sich der kleine Chihuahua und sein Frauchen sowie eine Freundin der Geschädigten nahe einer Pferdekoppel in Waldsolms im Lahn-Dill-Kreis auf einer Gassirunde, als sie dem damals 63-Jährigen begegneten.

Chihuahua "Norbert" mit Stock erschlagen: Angeklagter plädierte auf Notwehr

Völlig grundlos soll der Mann dann mit einem Stock auf "Norbert" eingeschlagen haben. Die Attacke überlebte das Tier nicht, der Vierbeiner starb wenige Tage später in einer Tierklinik. Der Polizei und vor Gericht plädierte der Angeklagte auf Notwehr.

Er habe lediglich mit dem Stock zugeschlagen, weil die Hunde unangeleint auf ihn losgelaufen seien, den Stock habe er aufgrund eines früheren Vorfalls mit einem anderen Hund zur Selbstverteidigung mit sich geführt. Doch das Motiv Notwehr wurde vor Gericht als äußerst unglaubwürdig eingestuft. Zum einen aufgrund der Größe "Norberts" sowie der Tatsache, dass der 64-Jährige selbst jahrelang einen Schäferhund besaß.

Für den Angeklagten gab es übrigens zehn Monate auf Bewährung und knapp 6000 Euro Geldstrafe. Doch dies wurde aufgrund der Umstände zur Nebensache und bringt auch den kleinen "Norbert" nicht zurück.

Der Prozess fand vor dem Amtsgericht in Wetzlar statt.
Der Prozess fand vor dem Amtsgericht in Wetzlar statt.  © Wikimedia Commons/Dontworry

Titelfoto: 123RF/Tatiana Chekryzhova

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