Weltweiter Notstand wegen Zika-Virus ausgerufen

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan erklärte den Gesundheitsnotstand.
WHO-Generaldirektorin Margaret Chan erklärte den Gesundheitsnotstand.

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Zu diesem Schritt habe eine Expertenrunde geraten, teilte die WHO am Montagabend in Genf mit.

Es gebe eine räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie), sagte die WHO-Direktorin Margaret Chan.

Es fehle aber noch der wissenschaftliche Beweis. "Wir brauchen eine koordinierte internationale Antwort." Das gelte nicht zuletzt für weitere Aufklärung.

Zuletzt hatte die WHO im August 2014 wegen Ebola in Westafrika einen globalen Notstand erklärt. Davor hatte die WHO die Schweinegrippe (2009) sowie die Verbreitung der Kinderlähmung (2014) als globalen Gesundheitsnotstand bezeichnet.

Bei dieser Notfallregelung können Staaten außerhalb der Seuchengebiete aufgefordert werden, Maßnahmen einzuleiten, die eine Ausbreitung des Erregers oder seines Überträgers verhindern sollen.

Kampf gegen die den Zika-Virus übertragenden Moskitos in Venezuela.
Kampf gegen die den Zika-Virus übertragenden Moskitos in Venezuela.

Das Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und dann stärker 2013 in Französisch-Polynesien.

Aber erst seit 2015 gibt es einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien seinen Anfang nahm. Hauptüberträger ist die Moskitoart Aedes aegypti.

In Deutschland wurde das Zika-Virus laut Robert Koch-Institut (RKI) beim aktuellen Ausbruch erstmals bei zwei Reiserückkehrern aus Haiti diagnostiziert.

Zuvor war es aus anderen Regionen schon eingeschleppt worden. Eine Übertragung durch in Deutschland lebende Moskito- oder Mückenarten gilt als ausgeschlossen.

"Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass es zukünftig zu einer Übertragung von Zika-Viren über angesiedelte Moskitos in Deutschland kommen wird", betont der Leiter des Instituts für Virologie an der Uni Bonn, Christian Drosten.

Allerdings halten Experten es für möglich, dass Zika auch durch ungeschützten Sex übertragen werden kann.

Die Moskitoart Aedes Aegypti überträgt den Virus.
Die Moskitoart Aedes Aegypti überträgt den Virus.

Fotos: dpa


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