Widerlich! Ratten überrennen hessische Kleinstadt

In Laubach droht ein Rattenproblem. Nun geht die Stadt dagegen vor (Symbolfoto).
In Laubach droht ein Rattenproblem. Nun geht die Stadt dagegen vor (Symbolfoto).  © 123RF

Laubach - "Bitte nicht füttern, weil das Füttern der Tiere deren natürliche und artgemäße Nahrungsaufnahme verhindert und die Verbreitung von Krankheiten und die Vermehrung von Ratten fördert!" Diese Warnung soll eine Maßnahme zur radikalen Bekämpfung der lästigen Nager in der Kleinstadt Laubach sein.

Vermehrt waren in den vergangenen Tagen und Wochen Meldungen besorgter Anwohner im Rathaus und bei Ortsvorsteher Günter Haas eingegangen. Letzterer konnte den "Befall", wie er im Jargon der Schädlingsbekämpfung genannt wird, bestätigen. "In Laubach ist das Thema akut", betonte er gegenüber der Gießener Allgemeinen.

Für Haas sind die für viele Mitmenschen Angstschweiß-auslösenden Schädlinge "Alte Bekannte". "Wir hatten früher eine Metzgerei, bis in die 1950er tauchten die immer wieder mal auf, suchten im Freien nach Abfällen", berichtete er der Gießener Allgemeinen am Freitag.

Doch nach dieser Phase habe Ruhe geherrscht - bis in die 90er Jahre, in denen wieder vermehrt Ratten in Laubach auftraten. Er selbst tut sein Bestes gegen die drohende Plage und verteilt Giftköder auf seinem privaten Grundstück. Eine Maßnahme, zu der Hauseigentümer bei drohendem Schädlingsbefall prinzipiell aufgefordert sind.

In der Verantwortung liegt vor allem die Kommune, die in Besitz der "Autobahnen" der durchaus scheuen Nager, sprich der Abwasserkanäle, ist. Amtsleiter Stephan Högl ist sich indessen einer Tatsache bewusst: "Ganz weg kriegt man die (die Ratten) nie!"

Er unterstrich darüber hinaus, dass die Verteilung von Rattenködern keinesfalls eine Gefahr für die örtlichen Hunde darstelle. "Diese Ängste sind vollkommen unbegründet", erklärte er der Gießener Allgemeinen. Grund hierfür seien die für Hunde unerreichbaren Auslage-Plätze der giftigen "Henkersmahlzeiten", wie Metallboxen, die für den besten Freund des Menschen unerreichbar sind.

Das Ordnungsamt machte zudem darauf aufmerksam, Lebensmittelreste nicht in der Toilette zu entsorgen, da dies die Ausbreitung der Rattenpopulation begünstigen würde. Die Laubacher Verantwortlichen hoffen nun darauf, dass in Zukunft immer weniger Köder angenommen werden, was einen Rückgang der Rattenplage bedeuten würde.

Titelfoto: 123RF


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