"Sein Agieren verwundert und befremdet": CSU-Kollegen wenden sich plötzlich von Seehofer ab

Berlin - Steht Bundesinnenminister Horst Seehofer (69) bald völlig alleine da? Nachdem der CSU-Chef während des Asylstreits aus den eigenen Reihen Rückendeckung und Unterstützung bekam, könnte sich dies nun - überraschend -um 180 Grad drehen. Wie DER SPIEGEL berichtet, sollen sich immer mehr CSU-Politiker von der Asylpolitik ihres Parteichefs distanzieren.

Hat Seehofer mit seinem Vorstoß in der Asylpolitik nun auch die eigenen Reihen gegen sich aufgebracht? (Bildmontage)
Hat Seehofer mit seinem Vorstoß in der Asylpolitik nun auch die eigenen Reihen gegen sich aufgebracht? (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"Sein Agieren verwundert und befremdet mittlerweile viele", sagte Seehofers Vorgänger an der Parteispitze, der bayerische Landtagsabgeordnete Erwin Huber (71), dem Magazin.

"Im Landtag ist bei der CSU die anfänglich volle inhaltliche Zustimmung zu Seehofers Asylpolitik einem Ratespiel gewichen", so Huber weiter. Viele hätten ihn gefragt, ob der Bundesinnenminister die Landtagswahl im Oktober und damit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (51) belasten wolle - oder ob er das billigend in Kauf nehme.

Dem Spiegel-Bericht zufolge ist an der CSU-Basis wachsender Widerstand gegen die Parteiführung zu erkennen, der sich auch in regem Zulauf für die "Union der Mitte" niederschlage. Diese von liberalkonservativen CSU-Mitgliedern sowie Amts- und Mandatsträgern gemeinsam mit Gleichgesinnten aus der CDU gegründete Initiative sei in den vergangenen drei Wochen auf rund 1200 Unterstützer angewachsen.

Gründer Stephan Bloch (CSU) sagte: "Flüchtlinge sind keine Sündenböcke für Entwicklungen, die in unserer Gesellschaft schieflaufen."

Bloch forderte demnach eine Entschuldigung Seehofers für dessen Äußerungen über 69 Menschen, die an seinem Geburtstag nach Afghanistan abgeschoben worden waren, wie TAG24 berichtete.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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