Wie die Bettensteuer Hotelchefs in den Wahnsinn treibt!

Ärgert sich über den hohen Aufwand, sie mit der Bettensteuer hat: Ina Henker 
(Pension „Zur Henkerin“).
Ärgert sich über den hohen Aufwand, sie mit der Bettensteuer hat: Ina Henker (Pension „Zur Henkerin“).  © Ove Landgraf

Dresden - Finanzbürgermeister Peter Lames (53, SPD) hält die umstrittene Bettensteuer für ein Erfolgsmodell. Statt sechs Millionen spült die Abgabe sogar über neun Millionen Euro in die Kassen. Doch hinter den Kulissen brodelt es. Vor allem kleine Pensionen wollen nicht länger den Geldeintreiber für die Stadt spielen.

Ina Henker betreibt die Pension „Zur Henkerin“ (sieben Ferienwohnungen, fünf Doppelzimmer, zwei Appartements). Bisher hat sie der Stadt mitteilen müssen, wer bei ihr übernachtet hat und wer dabei von der Bettensteuer befreit war.

Zum 1. Oktober will die Verwaltung die Erhebung der Steuer „vereinfachen“, macht dabei aber alles komplizierter. Frau Henker: „Ich soll plötzlich sämtliche Umsätze offenlegen und fein säuberlich nach Kindern, Erwachsenen, Selbstständigen und Angestellten unterscheiden. Selbst Steuerberater heben da die Hände.“

Auch große Hotels stöhnen. DEHOGA-Chef Axel Klein: „In einem Haus mit 300 Zimmern bedeutet das acht Stunden Arbeit pro Tag. Wir treiben für die Stadt über neun Millionen Euro an Steuern ein, unser Aufwand wird aber ignoriert.“ Pensions-Chefin Henker will die neuen Daten nicht an die Stadt weiterleiten, Klagen drohen. Die Grünen im Stadtrat setzen sich jetzt für eine Vereinfachung der Regeln ein.

Übrigens: Durch die Umstellung der Steuer verdient die Stadt extra. Bei 29 Euro Übernachtungskosten wurde bisher 1 Euro fällig, zukünftig sollen es 1,93 Euro werden, im Gegenzug werden teurere Zimmer etwas billiger.


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