Wie leicht haben es Kriminelle aus dem Ausland bei uns?

Mainz - Bei der Datenerfassung ausländischer Straftäter kommt es nach Ansicht des Landeskriminalamts (LKA) Rheinland-Pfalz in Deutschland zu Schwachstellen.

Seit geraumer Zeit werden ausländische Straftäter in Rheinland-Pfalz verstärkt unter die Lupe genommen (Symbolbild).
Seit geraumer Zeit werden ausländische Straftäter in Rheinland-Pfalz verstärkt unter die Lupe genommen (Symbolbild).  © 123RF

"Es gibt Auffälligkeiten im System insbesondere wegen unterschiedlicher Verfahren in öffentlichen Registern, so auch im Ausländerzentralregister und in den Informationssystemen der Polizei", sagte LKA-Präsident Johannes Kunz im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

"In hoher Zahl sind Alias-Personalien vorhanden, die zum Teil bewusst als Täuschungspersonalien genutzt werden, in anderen Fällen aber aufgrund von Unschärfen in der Erhebung entstanden sind."

Diese Auffälligkeiten schaffen nach Einschätzung des LKA-Präsidenten Probleme bei der Suche. "Dadurch kann es zu Mehrfachidentitäten zu einer Person kommen, die durch hohe Aufwände erkannt und zusammengeführt werden müssen", sagte Kunz.

"Das ist eine Aufgabe von großer Bedeutung für die nächsten Monate." Er sieht bereits Ansätze zur Lösung.

"Mit der automatischen Erkennung von Dokumentenfälschungen, der Nutzung biometrischer Daten und dem Einsatz von Fast-ID-Geräten zur Erhebung von Fingerabdrücken sind wir auf dem richtigen Weg, den wir noch weiter ausbauen wollen."

LKA-PRÄSIDENT KUNZ SIEHT JEDOCH BEREITS ANSÄTZE ZUR PROBLEMLÖSUNG

LKA-Präsident Johannes Kunz sieht eindeutige Schwachstellen in der Datenerfassung ausländischer Straftäter.
LKA-Präsident Johannes Kunz sieht eindeutige Schwachstellen in der Datenerfassung ausländischer Straftäter.  © DPA

Die rheinland-pfälzische Polizei nimmt ausländische Mehrfach- und Intensivstraftätern seit einiger Zeit verstärkt unter die Lupe, um früher auf sogenannte Gefährder aufmerksam zu machen.

Bisher "haben wir bisher keine Personen erkennen können, die als Gefährder einzustufen wären", sagte der LKA-Präsident. "Wir führen das Programm weiter." Er zog eine positive Zwischenbilanz:

"Die Suche mit Filterkriterien ist ein aufwendiger Prozess, der zu der einen oder anderen Erkenntnis geführt hat bis hin zu Festnahmen wegen festgestellter falscher Identitäten."

Titelfoto: dpa/123RF

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