Wie schlimm steht es um die Hygiene in der Zeltstadt?

„Dresden für Alle“ kritisiert Situation im Zeltlager in Dresden Friedrichstadt.
„Dresden für Alle“ kritisiert Situation im Zeltlager in Dresden Friedrichstadt.

Dresden - Die Kritik wird immer lauter: Die hygienischen Bedingungen in der Dresdner Zeltstadt, in der zum jetzigen Zeitpunkt rund 720 Personen untergebracht sind, sollen miserabel sein.

Ali Mouradi, Geschäftsführer des Sächsischen Flüchtlingsrats, findet klare Worte: "Im Interesse der Gesundheit von Geflüchteten und Helfern muss sofort u.a. eine regelmäßige Müllentsorgung gewährleistet werden. Hier ist nicht allein das DRK, dessen Helfer bis an die Grenzen ihrer Leistungskraft arbeiten, sondern auch das Innenministerium selbst in der Pflicht."

"Dresden für alle" ziehen sich derweil komplett aus ihren Organisationstätigkeiten zurück, lassen bei Facebook verlauten: "Ab morgen wird das DRK die Koordination der Dolmetscher, Helfer und Spenden übernehmen."

Als Begründung heißt es ferner: "Wir sind nicht mit allen Umständen unseres Einsatzes zufrieden und es gibt gute Gründe, warum wir die Koordinierungsarbeit an das DRK übergeben haben."

Kritik wird vor allem an das Innenministerium gerichtet. "Die vom Staatsministerium des Innern angeordnete Errichtung des Zeltlagers über Nacht ist eine logistische Überforderung.

Die extrem beengte Unterbringung in Zelten auf einem dafür ungeeigneten Grundstück ist weder unter hygienischen, sozialen noch unter Sicherheits-Aspekten zu verantworten." ergänzt Eric Hattke, Sprecher von "Dresden für alle".

Die Flüchtlinge sind aber weiterhin in guten Händen. Die in den letzten Tagen entstandenen Helfer- und Übersetzerlisten wurden an den DRK weitergereicht und werden nun vor Ort koordiniert.

Neben der Debatte, um die hygienischen Umstände im Flüchtlingslager, gibt es weitere Veränderungen. Am Dienstagabend bzw. in der Nacht wurde im Eingangsbereich eine sogenannte Sicherheitsschleuse errichtet, die einen kontrollierten Zugang zum Gelände gewährleisten soll.

Dort erhalten die Flüchtlinge in Zukunft auch ihr Taschengeld (30 Euro pro Woche).

Fotos: Ove Landgraf


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