Wiederholte Steinwürfe auf Autobahnen: Kripo ermittelt

Ratzeburg – Seit Jahresbeginn wurden in Schleswig-Holstein mindestens sechsmal Gegenstände von Brücken auf fahrende Autos geworfen.

Markierungen auf einer Brücke über der Autobahn A7 erinnern an einen Steinwurf von einer Autobahnbrücke auf der A7 bei Flensburg. Die Fahrerin des Wagens war schwer verletzt worden.
Markierungen auf einer Brücke über der Autobahn A7 erinnern an einen Steinwurf von einer Autobahnbrücke auf der A7 bei Flensburg. Die Fahrerin des Wagens war schwer verletzt worden.  © DPA

Verletzt wurde dabei bisher noch niemand, es blieb bei Sachschäden an den getroffenen Autos. Dennoch handele es sich um Straftaten, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg.

Dort wurden in Februar und im März jeweils Gegenstände auf die A 24 geworfen. In beiden Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Das Problem: Täterhinweise gibt es bislang nicht. Die Steinewerfer entkamen vorerst unerkannt.

Ebenfalls betroffen waren die Autobahn 215, die Bundesstraße 76 und der Ostring in Kiel sowie die Autobahn 23 bei Rellingen im Kreis Pinneberg.

Tatorte waren immer Brücken über die viel befahrenen Straßen, von denen Steine oder andere Gegenstände auf die Fahrbahn geworfen wurden.

Die Polizei geht nicht von Serie aus

Die Polizei geht bislang davon aus, dass die Taten in keinem Zusammenhang stehen. Die Tatorte lägen im ganzen Land verstreut, eine lokale Häufung gebe es nicht, sagte ein Sprecher des Landespolizeiamtes.

Die Ermittlungen würden deshalb von den jeweils zuständigen Polizeidirektionen geführt. In keinem der Fälle wurden bislang Täter ermittelt.

Aufgeklärt wurden dagegen die Steinwürfe auf die A7 und die Bundesstraße 200 aus dem Jahr 2018. Zwei 19-Jährige wurden im Februar dieses Jahres vom Landgericht Flensburg wegen versuchten Mordes zu jeweils sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt (TAG24 berichtete).

Sie hatten Anfang Mai 2018 einen fußballgroßen Felsbrocken von einer Brücke auf die Straße geworfen und dabei eine 58 Jahre alte Autofahrerin schwer verletzt.

Der Pressesprecher des ADAC Schleswig-Holstein, Ulf Evert, sagte, er glaube nicht, dass sich das Reiseverhalten der Menschen durch diese Taten verändert habe.

Titelfoto: DPA

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