In dieser europäischen Hauptstadt gibt es an Schulen mehr Muslime als Katholiken

Im Unterricht über Demokratie zu sprechen sei in allen Gruppen notwendig, sagte der Verfassungsrechtler Heinz Mayer.
Im Unterricht über Demokratie zu sprechen sei in allen Gruppen notwendig, sagte der Verfassungsrechtler Heinz Mayer.  © 123rf.com/ximagination

Wien - An Wiener Volksschulen oder Neuen Mittelschulen werden derzeit fast 32.000 muslimische Schüler unterrichtet. Gerade einmal 30.000 Schüler sind katholisch. Die drittgrößte Gruppe mit zirka 15.500 Schülern sind die Konfessionslosen.

Wie der "Kurier" in seiner Mittwochsausgabe berichtet, denken Politiker und Schulexperten deshalb darüber nach, anstelle des Religionsunterrichtes flächendeckend das Fach "Ethik und Religion" einzuführen, um die Integration in den Schulen zu fördern. "Die Schule ist der Ort, wo man sich über Werte und Weltanschauungen austauschen kann und auch sollte, denn sie ist der wichtigste Sozialisationsraum für junge Menschen", sagte der Soziologe Kenan Güngör gegenüber dem "Kurier".

Als Projekt und Schulversuch laufe das Fach bereits seit 20 Jahren an 230 Gymnasien und Neuen Mittelschulen. Am Dienstag unternahmen Befürworter einen weiteren Anlauf, das Fach landesweit anzubieten. Schließlich habe sich im Unterricht gezeigt, dass über andere Religionen oder philosophische Themen zu reden einen wertvollen Beitrag zu Integration leiste. Denn: "Wenn man Ethik ernst nimmt, stellt man fest, dass alle Kulturen und Religionen vergleichbare Grundsätze haben", sagte Michael Jahn, Mitautor des ersten Konzepts für den Ethikunterricht.

Ein Problem des Religionsunterrichtes sei, dass alles jeweils aus Sicht der jeweiligen Religion bewertet werde. Besorgniserregend seien auch die schwarzen Schafe, die es in allen Religionen gibt. So hat der Soziologe Mouhanad Khorchide in seiner Studie herausgefunden, dass "21 Prozent der islamischen Religionslehrer die Demokratie offen ablehnen. 27 Prozent sprechen sich sogar gegen die Einhaltung der Menschenrechte aus", zitiert ihn der Grüne Bildungssprecher Harald Walser.

Ganz abschaffen will Österreich den Religionsunterricht an Schulen aber nicht. Aufgrund des Konkordats mit dem Vatikan wäre das auch nicht ohne Weiteres möglich. Außerdem fehlen derzeit auch noch Geld und Personal, um den Ethikunterricht flächendeckend ermöglichen zu können.

Titelfoto: 123rf.com/ximagination


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