"Ziel ist die Null": Innenminister will auf Asylanträge verzichten

Wien - Österreich ist bekannt für einen ziemlich strikten Kurs in der Asylpolitik. So wurde 2018 bereits beschlossen, Flüchtlingen bei der Einreise bis zu 840 Euro abzuknüpfen. Für Innenminister Herbert Kickl ist das längst noch nicht genug.

FPÖ-Politiker Herbert Kickl (50).
FPÖ-Politiker Herbert Kickl (50).  © DPA

"Ich denke, dass die EU-Wahl eine riesige Chance ist, den Kurs auf europäischer Ebene zu ändern", meinte der 50-Jährige bereits vor drei Monaten gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Genauer gesagt erhoffte sich der FPÖ-Mann auch, Migranten zukünftig einfacher abschieben zu können.

Zudem hatte er Kritik gegenüber der EU-Kommission nachgelegt.

"Ich glaube, man kann mit gutem Gewissen davon sprechen, dass die Herrschaften ein Teil eines politischen Moralisierklubs sind, die eigentlich das Ziel verfolgen, die Täter mehr zu schützen als die Opfer", so Kickl im Februar.

Am Donnerstag im Nationalrat ging der Politiker sogar noch einen Schritt weiter.

"Mein Ziel ist die Null", so der Österreicher laut Standard.at, die sich auf die Nachrichten-Agentur APA beziehen, über die Flüchtlingsfrage. Auf gut Deutsch kann sich Herbert Kickl eine Zukunft gänzlich ohne Asylanträge vorstellen. Einen ganz ähnlichen Vorstoß hatte Kickl bereits vor gut einem Jahr gewagt (TAG24 berichtete).

Da Österreich von zahlreichen anderen und auch sicheren Staaten umgeben sei, findet der FPÖ-Mann dies nicht einmal unrealistisch. Die größte Herausforderung befände sich allerdings auf dem Balkan, wo durch eine undichte Stelle in Griechenland zahlreiche Migranten von den Inseln auf das Festland gelangen würden.

Eine Flüchtlingsfamilie, die von Serbien nach Ungarn abgeschoben werden soll.
Eine Flüchtlingsfamilie, die von Serbien nach Ungarn abgeschoben werden soll.  © dpa (Symbolbild)

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