#metoo-Zoff! "Man darf aber schon sagen, das hat wehgetan..."

Nina Proll (44) und Ursula Strauss (43) haben in der #metoo-Debatte unterschiedliche Ansichten.
Nina Proll (44) und Ursula Strauss (43) haben in der #metoo-Debatte unterschiedliche Ansichten.  © DPA

Wien - Aktueller kann ein Film eigentlich nicht sein. Die #meToo-Debatte erreicht aktuell auch Deutschland. Am Mittwoch strahlt das "Erste" den Film"Meine fremde Freundin" aus.

Der deutsche Fernsehfilm von 2017 behandelt das Thema Vergewaltigung. Worum geht's konkret?

Andrea freundet sich schnell mit ihrer neuen Kollegin im Gesundheitsamt an. Judith (Ursula Strauss) scheint nett und kompetent zu sein. Und noch dazu lässt sie sich nichts von Büro-Macho Volker Lehmann gefallen.

Dann geschieht das Unfassbare: Judith wird während ihrer Arbeitszeit in einem Abstellraum von Volker Lehmann brutal vergewaltigt. So erzählt sie es jedenfalls Andrea und später der Polizei. Andrea ermutigt ihre Freundin, die Wahrheit zu sagen. Doch Judiths Verhalten erscheint ihr zunehmend rätselhaft... (Trailer in der ARD-Mediathek >> hier).

Jetzt schaltet sich die Judith-Darstellerin Ursula Strauss in die #MeToo-Debatte ein, die besonders in Österreich derzeit hohe Wellen schlägt (Tag24 berichtete).

Ursula Strauss als Judith - eine Szene aus dem ARD-Film "Meine fremde Freundin".
Ursula Strauss als Judith - eine Szene aus dem ARD-Film "Meine fremde Freundin".

Die 43-Jährige sei selbst Opfer von (sexuellen) Übergriffen gewesen, einmal im Beruf im Alter von 19 Jahren: "Die Schauspielerei ist ein sehr körperlicher Beruf, da stellt sich zum Beispiel die Frage, wie man auf einen Busen greift. Muss man so fest hinpacken, dass es wehtut?", zitiert sie "heute.at".

Über die umstrittene Aussage von Nina Proll ("bin in 20 Jahren nie sexuell belästigt worden", TAG24 berichtete) sagt Ursula Strauss:

"Ich freue mich für sie. Nur, was sagt sie damit den Frauen, die nicht so stark sind, die sich nicht selbst beschützen können? Die in Machtstrukturen gefangen sind, aus denen man nicht mit einem Nein ausbrechen kann? Ihre Aussage ist kontraproduktiv und zynisch geschrieben. Ich denke, eine der Schwierigkeiten daran ist: Wenn man als Mensch, der eine gewisse Reichweite hat, einen Beitrag zu einem so heiklen Thema in der Öffentlichkeit zur Diskussion stellt, dann sollte man sich vorher genauer überlegen, wie man welche Inhalte transportiert."

"Wenn man Opfer ist, darf man aber schon sagen, das hat wehgetan, oder?" Denn: "Irgendwann muss der Zeitpunkt gekommen sein, an dem Frauen in einer großen Öffentlichkeit wahrgenommen werden und sich mit ihrem Schmerz positionieren dürfen", immerhin sei "sexueller Missbrauch eine große Verletzung", stellt Strauss bei krone.at fest.

Ursula Strauss kennen wir aus Filmen und Serien wie "Böse Zellen" (2003), "Revanche" (2008). Ab 2009 übernahm sie die Hauptrolle in der Krimiserie "Schnell ermittelt", für die sie 2010 eine Romy erhielt. Und am Mittwoch erleben wir sie wieder in "Meine fremde Freundin"...

Ursula Strauss (43) erhielt im April 2017 in der Publikumskategorie "Beliebteste Schauspielerin Kino und TV Film" die "Romy".
Ursula Strauss (43) erhielt im April 2017 in der Publikumskategorie "Beliebteste Schauspielerin Kino und TV Film" die "Romy".  © DPA

Dieser Facebook-Post von Nina Proll ist Stein des Anstoßes.


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