Vorstadtweib erntet Shitstorm wegen #MeToo-Kritik

Nina Proll (43) versteht nicht, dass Feministinnen darauf bestehen würden, "dass Frauen Opfer sind". Sie selbst ist in 20 Berufsjahren nie belästigt worden.
Nina Proll (43) versteht nicht, dass Feministinnen darauf bestehen würden, "dass Frauen Opfer sind". Sie selbst ist in 20 Berufsjahren nie belästigt worden.

Wien - Kein Tag vergeht, an dem die Debatte um #meToo nicht um ein neues Gesicht reicher wird.

Nicht nur amerikanische und deutsche Frauen (TAG24 berichtete) erzählen momentan verstärkt über ihre negativen (sexuellen) Erfahrungen mit Männern.

Auch in Österreich berichteten Promis, darunter Maria Köstlinger, Kristina Sprenger, Susanne Hirschler, Petra Morzé und Julia Cencig sowie auch Moderatorin Arabella Kiesbauer von ihren sexuellen Belästigungen.

Auch im Nachbarland ist man sich einig: Wer nicht "willig" ist, laufe Gefahr, nicht mehr gebucht zu werden. In diese Diskussionen hat sich jüngst Nina Proll (43) eingebracht.

Bekannt ist sie vor allem durch die "Vorstadtweiber" (momentan wieder in der ARD und voraussichtlich mit der neuen Staffel ab Januar 218 zu sehen).

Nina Proll schrieb auf Facebook, sie versteht nicht, dass immer Feministinnen darauf bestehen würden, "dass Frauen Opfer sind". Sie selbst ist in 20 Berufsjahren nie belästigt worden, und sie würde sich schämen "damit hausieren zu gehen".

Nina Proll (43, Mitte) mit ihren Kolleginnen - Start der 3. Staffel der "Vorstadtweiber", die ihr Vorbild bei den "Desperate Housewives" haben, soll laut einem Facebook Posting von Autor Uli Bree im Januar 2018 sein.
Nina Proll (43, Mitte) mit ihren Kolleginnen - Start der 3. Staffel der "Vorstadtweiber", die ihr Vorbild bei den "Desperate Housewives" haben, soll laut einem Facebook Posting von Autor Uli Bree im Januar 2018 sein.

"Sexuelle Annäherungsversuche von Seiten eines Mannes" sind für sie "grundsätzlich erfreulich".

Und genau dieses Posting löst Empörung und einen Shitstorm besonders bei Frauen aus!

Hanna Herbst, Vize-Chefin von "Vice Austria", und Nana Siebert, stellvertretende Chefredakteurin von "Woman", antworteten Nina Proll öffentlich.

Sie versuchten, der beliebten Schauspielerin unter anderem den Unterschied zwischen Flirten und Belästigungen zu erklären.

Aber es gab auch Zustimmung für Proll: Extremsportler Felix Baumgartner, der ihre Worte auf Facebook teilte und sich bei der für ihn "eloquenten und furchtlosen" Schauspielerin bedankte. Dafür bekam der Sportler wiederum Feuer auf Facebook.

Nina Proll selbst relativierte sich mittels eines Folgepostings. Sie "habe nicht von Frauen gesprochen, denen tatsächlich Gewalt widerfahren ist, sondern von Schauspielerinnen, die behaupten, sie hätten Unzumutbares ertragen müssen, um Karriere zu machen".

Das sei "etwas völlig anderes. Wie weit ich gehe, um eine Rolle zu bekommen, oder 'Karriere' zu machen, bleibt jeder Frau selbst überlassen", so Proll.

Ein interessantes Gespräch über die Sexismus-Debatte im Alltag gab es am Samstag bei DLF. Die Debatte werde in der Öffentlichkeit zu undifferenziert geführt, sagt Matthias Enderle vom Männerrechts-Verein MANNdat. Es bestehe die Gefahr, dass Männer dadurch unter Generalverdacht gestellt würden.

Die #metoo-Debatte kam auf, nachdem Dutzende US-Schauspielerinnen mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein an die Öffentlichkeit getreten waren (TAG24 berichtete).


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