Wohin mit dem Tampon? Umfrage belegt enorme Wissenslücken

"Tampons tragen" kann man schon mal falsch verstehen ...
"Tampons tragen" kann man schon mal falsch verstehen ...  © EPA/Zsolt Szigetvary - (c) dpa

Wien - Eigentlich halten wir uns alle für sehr aufgeklärt. Doch bei diesem intimen Thema gibt es Wissenslücken.

"erdbeerwoche", der Blog rund um nachhaltige Frauenhygiene und Menstruation, hat im Rahmen eines Schulprojektes im April und Mai 1100 österreichische Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren gefragt, was sie über die Menstruation wissen und wie ihre Einstellung dazu ist. Das Ergebnis ist schockierend!

Denn sowohl Mädchen als auch Jungen haben hier große Wissenslücken. Und: vielen ist das Thema peinlich - obwohl die Fragen anonym gestellt wurden.

So antworteten 60 Prozent der befragten Mädchen, eine negative Einstellung zu ihrer Periode zu haben. Sogar 70 Prozent der Jungs finden das Thema "peinlich und unwichtig".

Woran liegt das? "Junge Mädchen erleben die Regel nach wie vor überwiegend negativ, was meist auch mit einem negativen Körpergefühl einhergeht", sagt Annemarie Harant, Mitbegründerin der "erdbeerwoche". Zwar gäbe es viel sexuelle Aufklärung durch das Internet, aber mit diesen Themen befassen meistens erwachsene Frauen.

Auch verblüffend: 17 Prozent der Mädchen und 33 Prozent der Jungen wissen nicht, was "Menstruation" bedeutet und wie der weibliche Zyklus funktioniert. Sogar 50 Prozent der Mädchen (und fast 80 Prozent der Jungs) können mit Begriffen wie "Menstruationszyklus" und "Zykluslänge" nicht anfangen. Auch "toxisches Schocksyndrom (TSS)" ist den Jugendlichen ein Fremdwort - fast 50 Prozent der Mädchen wissen auch nicht, wann der Tampon gewechselt wird und welche Folgen zu langes Tragen hat.

So wenig Aufklärung macht Angst - und zwar Angst, über die Periode zu sprechen. Kaum ein Mädchen würde sich deshalb bei Fragen oder etwa Regelschmerzen an eine Vertrauensperson wenden. Lieber schwänzen sie unbegründet den Unterricht. Diese Hemmungen führen "nicht nur zu einer Isolierung der Betroffenen, sondern stellen auch einen deutlichen Einschnitt in die Lebensqualität und schulischen Leistungen dar", erklärt Bettina Steinbrugger, ebenfalls Mitbegründerin der "erdbeerwoche".

Doch die Tabuisierung führt noch zu einem weiteren - ökoligischen - Problem: Wohin mit Tampons und Binden? Viele Mädchen entsorgen sie nicht im Abfall, sondern in der Toilette. Fehlende Abfallbehälter in den Schultoiletten verschlimmern das Ganze noch.

Die "erdbeerwoche" ist die erste Bewusstseinsplattform für das Thema Menstruation und nachhaltige Monatshygiene im deutschsprachigen Raum und verfolgt eine Vision: das Tabu der Menstruation zu brechen und die Frauenhygiene zu revolutionieren.


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