Heller-Fans müssen stark sein! So sehr hat sich die ZDF-Kommissarin verändert

Von Björn Strauss

Wiesbaden - Die ZDF-Kommissarin war einst forsch, ein wenig autistisch, aufmüpfig, erfolgreich. Bis zum letzten Fall zumindest – das ZDF hatte sie nach Fall Nummer 8 in die Klapse gesteckt... Warum aber haben die Autoren sie glattbügeln wollen? Und – vor allem: Hat es überhaupt geklappt, die Eigenartige "auf Spur" zu bringen?

Auch eine Premiere: Kommissarin Heller (Lisa Wagner) geht aufgehübscht mit Kollegen zum Bowling.
Auch eine Premiere: Kommissarin Heller (Lisa Wagner) geht aufgehübscht mit Kollegen zum Bowling.  © ZDF/Hannes Hubach

Das kennt man ja aus dem Krimi-Kanon der Öffentlichen: Es gibt kaum einen rundum gesunden TV-Ermittler im Reigen all der Boernes, Blocks, Ballaufs, Fabers und Tschillers und Stubbes...

"Herzversagen" aber, so viel sei verraten, ist erneut ein angenehm kränkelnder Fall der "VER-rückten" Heller (großartig: Lisa Wagner, 40). Was die neueste Folge jedoch anders macht, ist die "andere" Figur der Heller: Sie schminkt sich plötzlich (ja!), hat längeres Haar (hübsch!), versucht sogar, freundlich zu sein oder sich die Namen der Kollegen zu merken (wirkt etwas albern). Und sie umarmt Mitmenschen (liegt's an den Psychopharmaka?)...

Kurz, man erkennt sie nicht wieder - was dem geneigten Fan sicher ein Grinsen ins Gesicht treibt, wenn sie sich beispielsweise Schminktipps für die Augenlider reinzieht... Oder mit der zerstörten Mutter über deren Sex-Leben ("von hinten!") reden muss.

Wie schafft es die gebeutelte Heller nur, die Mutter zu umsorgen, die vom Liebhaber verlassen wurde und nicht allein sein kann?

Außerdem hat man ihr eine nicht minder starke Vorgesetzte vom LKA vorgesetzt (sehr gut: Lavinia Wilson). Auch hier: Das erhoffte Konfliktpotenzial fällt gänzlich aus. Was ist nur los mit der jüngst therapierten Kommissarin?

Die Kommissarin schluckt Antidepressiva! Oder sind's Placebos?

Frau Vogt (Lavinia Wilson, 38, re.) ist die starke Vorgesetzte von Kommissarin Heller (Lisa Wagner, li.).
Frau Vogt (Lavinia Wilson, 38, re.) ist die starke Vorgesetzte von Kommissarin Heller (Lisa Wagner, li.).  © ZDF/Hannes Hubach

Zurück aus der psychologischen stationären Behandlung wartet ausgerechnet ein Vergewaltiger-Fall auf sie, der – schwups – beim Freigang seine Freiheit suchte. Den Triebtäter gilt es, dingfest zu machen. Was zunächst öde daherkommt, entpuppt sich als tiefgreifend. Wer hat dem Schwerverbrecher zur Flucht verholfen?

In dem diesmaligen Figuren-Panoptikum findet sich wirklich kaum jemand, der nicht "durchgeknallt" ist. Und unter all den "Bekloppten" ist die angeblich kranke Heller eigentlich die Gesündeste – und, keine Sorge, Heller-Fans können aufatmen:

Die Kommissarin kommt am Ende wieder da an, wo sie begann: Bei ihren angenehmen, ganz besonderen Eigenarten, die sie ausmachen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Heller in den nächsten Folgen ihren peinlichen Schminkausflug aufgibt. Lisa Wagner braucht es wirklich nicht, Farbe auf den Lidern zu haben – ihr wunderbares Spiel braucht kein Make-up.

Das ZDF bringt "Kommissarin Heller – Herzversagen" am Samstag, 16. Februar, um 20.15 Uhr. Und wer nicht warten kann, sollte >>> hier in die Mediathek gehen – dort kann man es sich schon ansehen, wie sich Kommissarin Heller durchboxt.

Ihre Mutter (Maria Hartmann) kann nicht allein sein...
Ihre Mutter (Maria Hartmann) kann nicht allein sein...  © ZDF/Hannes Hubach

Titelfoto: PR ZDF

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