Goldene Erdogan-Statue abgebaut: Das war der Grund

Wiesbaden - Die Stadt Wiesbaden hat ihre Entscheidung verteidigt, die als Teil eines Kunstfestivals aufgestellte Statue des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan abbauen zu lassen.

Am Dienstagabend wurde die etwas vier Meter hohe Erdogan-Statue abtransportiert.
Am Dienstagabend wurde die etwas vier Meter hohe Erdogan-Statue abtransportiert.  © Wiesbaden112/Sebastian Stenzel

Es habe sich abgezeichnet, dass Protestierende aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen würden. Der Aufwand, das Kunstwerk zu schützen, sei zu hoch gewesen.

Bereits am Dienstagnachmittag sei es auf dem Platz der Deutschen Einheit "zu hitzigen Diskussionen und Rangeleien" gekommen, sagte Stadtsprecher Ralf Munser am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (TAG24 berichtete). Die Polizei habe mehrfach einschreiten müssen.

"Nach Einschätzung der Ordnungskräfte wäre eine ruhige und friedliche Atmosphäre nur durch den dauerhaften Einsatz starker Polizeikräfte zu erreichen gewesen." Nach Angaben der Polizei sind am Abend rund einhundert Beamte vor Ort gewesen. Die Lage habe sich zwar hochgeschaukelt, etwas strafrechtlich Relevantes sei allerdings nicht passiert, sagte ein Polizeisprecher.

Im Laufe des Tages sei dann zudem bekannt geworden, dass kurdische Kreise dazu aufgefordert hätten, überregional zu Protestaktionen nach Wiesbaden anzureisen, sagte Stadtsprecher Munser. Das hätte nach Einschätzung der Stadt "einen massiven dauerhaften Polizeieinsatz" nötig gemacht.

In dieser Situation hätten Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) und Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) kurz vor 21 Uhr den Abbau beschlossen (TAG24 berichtete).

Dieser sei mithilfe der Feuerwehr ohne weitere Vorkommnisse über die Bühne gegangen, teilte die Polizei in einem Tweet mit.

Titelfoto: Wiesbaden112/Sebastian Stenzel


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