Nach Wilke-Skandal: Hinz will Lebensmittel strenger überwachen

Wiesbaden - Umwelt-Ministerin Priska Hinz (Grüne) will als Konsequenz aus den Krankheits- und Todesfällen wegen mit Keimen belasteter Wurst die Lebensmittelkontrolle in Hessen verstärken.

Priska Hinz will den Handlungs-Spielraum ihres Umwelt-Ministeriums in der Lebensmittel-Kontrolle erweitern.
Priska Hinz will den Handlungs-Spielraum ihres Umwelt-Ministeriums in der Lebensmittel-Kontrolle erweitern.

Es müsse effizientere Strukturen gegeben, die ein frühzeitigeres Eingreifen ermöglichen und dem Ministerium mehr Handlungs-Spielraum lassen, sagte die Ministerin am Mittwoch in Wiesbaden.

"Wir brauchen eine besser aufgestellte Lebensmittel-Überwachung, damit ein solcher Fall nicht wieder vorkommt."

Die Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke werden mit zwei Todesfällen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen mit Keimen belasteter Wurst in Verbindung gebracht (TAG24 berichtete). Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Geschäftsführer wegen des Anfangs-Verdachts der fahrlässigen Tötung sowie der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen Lebensmittelrecht (TAG24 berichtete).

Das Unternehmen hat inzwischen vorläufige Insolvenz angemeldet (TAG24 berichtete). Deshalb gebe es derzeit auch keinerlei Kooperation mit den Behörden, sagte Hinz.

Ministerium hat nicht Kompetenz, Betriebe stillzulegen

Die für Lebensmittel-Kontrolle zuständigen kommunalen Behörden hätten noch keinen Abschluss-Bericht über die Vorgänge bei der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH vorgelegt, erklärte die Grünen-Politikerin.

Deshalb könne sie auch nicht abschließend sagen, ob Fehler bei den Kontrollen gemacht wurden.

Das Ministerium habe nicht die Kompetenz gehabt, den Betrieb stillzulegen. Das Haus habe nur die Fachaufsicht und keine Anweisungen gegeben können.


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