So feiern Hessens Politiker Weihnachten

Ministerpräsident Volker Bouffier schickt seine Frau vor, wenn es um Geschenke geht.
Ministerpräsident Volker Bouffier schickt seine Frau vor, wenn es um Geschenke geht.  © DPA

Wiesbaden - Weihnachten gilt als Fest der Liebe - und birgt doch so manches Konfliktpotenzial. Wie Hessens Politiker Streitthemen umgehen und welche Traditionen sie unbedingt bewahren wollen, zeigt folgender Überblick.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) freut sich darauf, dass an Weihnachten die ganze Familie zusammenkommt. Beim Schmücken des traditionell gehaltenen Weihnachtsbaums hält er sich allerdings lieber zurück, um Konflikte zu vermeiden. Und was ist mit den Geschenken? "Es gibt Geschenke, die meine Frau besorgt", erklärt Bouffier.

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir setzt an Weihnachten beim Essen auf Arbeitsteilung. Auf den Tisch kommt Lammgulasch mit Mandeln und Reis. "Wir bleiben zu Hause, sind aber nur für den Salat und den Reis zuständig, der Rest wird von meinem Onkel gekocht und mitgebracht", berichtet der Grünen-Politiker.

Nachdem sie ihren Schreibtisch und das Landtagsbüro aufgeräumt hat, wird die Linken-Fraktionsvorsitzende Janine Wissler vielleicht noch ein paar Geschenke besorgen. Denn das macht sie oft auf den letzten Drücker, gibt sie zu. Aber: "Geschenke, die man nicht selber kauft, finde ich zu unpersönlich", sagt sie.

"Schlichter Schmuck, ohne Lametta und Geblinke", so sieht der Baum bei Thomas Schäfer aus. "Allerdings dürfen die Kinder ihn dekorieren wie sie möchten", erklärt der CDU-Finanzminister.

Priska Hinz, Umweltministerin, freut sich vorwiegend auf die freie Zeit.
Priska Hinz, Umweltministerin, freut sich vorwiegend auf die freie Zeit.  © DPA

"Vereinzelt wird dann von der schlichten Linie abgewichen." Neben der Bescherung stehen der Besuch bei den Großeltern, Krippenspiel und leckeres Essen auf dem Programm.

Die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich (CDU), stärkt sich mit Fondue, um für den traditionellen winterlichen Spaziergang und den Kirchgang an Heiligabend fit zu sein. Typische Streits drehen sich höchstens um den Baumschmuck. Bei den roten Schleifen, Kugeln, Strohsternen und Holzfiguren justiert Puttrich meist noch etwas nach, nachdem ihr Mann die Vorarbeit geleistet hat.

Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner verbringt Weihnachten nicht zuhause, sondern im Urlaub auf La Gomera. "Einen Weihnachtsbaum gibt es daher nicht, und auch das Weihnachtsmenü steht noch nicht fest", sagt Wagner. Es solle aber nichtsdestotrotz ein Fest der Ruhe, Besinnung und Entspannung bleiben. Auf Geschenke wird bei Wagners weitgehend verzichtet.

In den Süden zieht es auch Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) mit ihrem Mann, ohne Akten oder Laufmappen. Daher gibt es nur solche Geschenke, die ins Reisegepäck passen. "Das schönste Geschenk ist die freie Zeit", sagt Hinz. Speisen will die Ministerin mediterran gesund.

Mit einem selbst gemachten Kartoffelsalat im Gepäck will Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) am Weihnachtsabend zu seinem Sohn aufbrechen. Bei Grüttners gilt: "Ohne gesungene Weihnachtslieder ist es kein Weihnachten." Die Geschenke besorgt der Minister selbst. "Man sagt mir nach, ich treffe den Geschmack meiner Lieben immer recht gut."

Bei Thorsten Schäfer-Gümbel steht Geflügel auf dem Weihnachts-Speiseplan.
Bei Thorsten Schäfer-Gümbel steht Geflügel auf dem Weihnachts-Speiseplan.  © DPA

CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg dagegen vertraut auf das gute Urteilsvermögen seiner Frau, die für die Kinder die Geschenke kauft. "Damit es in diesem Jahr keinen Streit um das Aussehen und die Größe des Tannenbaums gibt, hat ihn meine Frau selbst besorgt", erzählt Boddenberg.

Obwohl er nach eigener Aussage Konflikten nur ungern aus dem Weg geht, versucht Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) an Weihnachten den Diskussionen um Politik auszuweichen. Unbedingt dazu gehören jedoch der klassische Braten der Schwiegermutter mit Rotkraut und Buchteln ebenso wie die geschmückte Kiefer. Und die Geschenke, allerdings nur für die Kinder.

Auch René Rock würde gerne Abstand von der Politik gewinnen. "Wie jedes Jahr wird es mir wahrscheinlich auch dieses Mal nicht gelingen, politische Themen gänzlich vom Weihnachtsbaum fernzuhalten. Dafür ist meine ganze Familie zu politisch", sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende. Wie lange der gute Vorsatz hält, wird sich spätestens beim Gansessen am ersten Feiertag zeigen.

In der Familie von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) besorgt jeder die Geschenke selbst. Den Weihnachtsbaum schmücken sie gemeinsam "ganz bunt und mit vielen schönen Erinnerungsstücken, die unsere Kinder gebastelt haben." Zur Tradition gehören außerdem das Läuten des Glöckchens vor der Bescherung, das gemeinsame Singen und der Gottesdienst.

Ähnliche Rituale pflegt auch Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Für ihn gehört außerdem das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zu einem guten Fest dazu. Normalerweise wird der Weihnachtsbaum im Hause Lorz festlich geschmückt. "Da meine kleine Tochter aber noch sehr jung ist, muss dieses Jahr ausnahmsweise auf die Dekoration verzichtet werden", erklärt Lorz.

Am Vormittag des 24. Dezember wird bei Familie Schäfer-Gümbel traditionell der Weihnachtsbaum geschmückt. Zu essen gibt es "Geflügel mit leckeren Beilagen", erzählt der SPD-Fraktionschef.


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