Jetzt spricht der Vater des NSU-Mordopfers Halit Yozgat

Ismail Yozgat wird am Montag vor dem NSU-Ausschuss zu Wort kommen
Ismail Yozgat wird am Montag vor dem NSU-Ausschuss zu Wort kommen  © DPA

Wiesbaden - Der NSU-Ausschuss des hessischen Landtags will in seiner Sitzung am Montag den Vater des in Kassel ermordeten Halit Yozgat zu Wort kommen lassen.

Die Zeugenbefragung soll an diesem Tag abgeschlossen werden, der Ausschuss würde damit auf die Zielgerade einbiegen.

Ismail Yozgat hatte die Leiche seines Sohnes kurz nach den tödlichen Schüssen gefunden. Die Tat wird der rechten Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) zugerechnet.

Insbesondere die Fraktion der Linken hatte sich immer wieder dafür ausgesprochen, den Vater einzuladen. Ismail Yozgat soll allerdings nicht wie ein regulärer Zeuge vernommen werden. Es geht vielmehr darum, dass der Vater abschließend und gebührend zu Wort kommt. Weitere Zeugen sind nicht geladen.

Der NSU-Ausschuss hat seit seiner ersten Sitzung 2014 insgesamt rund 2000 Akten gesichtet und etwa 100 Zeugen vernommen. Das Gremium will klären, ob nach dem Mord an Halit Yozgat im Jahr 2006 in Kassel in hessischen Behörden Fehler gemacht wurden.

Zur Tatzeit oder kurz davor war ein damaliger Verfassungsschützer am Tatort, der deshalb vorübergehend unter Verdacht geriet.

Yozgat ist eines von zehn Opfern, die dem NSU zugeschrieben werden.


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