Mord an Susanna (14): Zweiter Tatverdächtiger festgenommen

Wiesbaden/Mainz - Bei der in Wiesbaden gefundenen Leiche handelt es sich um die vermisste 14-jährige Susanna aus Mainz. Das sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in Wiesbaden.

Die Polizei fahndet nun öffentlich nach dem 20-jährigen Ali Bashar.
Die Polizei fahndet nun öffentlich nach dem 20-jährigen Ali Bashar.  © Polizei Wiesbaden

Nun fahndet die Polizei öffentlich nach dem 20-jährigen Iraker Ali Bashar, der die 14-Jährige vergewaltigt und erwürgt haben soll. Das Fahndungsbild der Polizei zeigt einen jungen Mann mit Dreitagebart, der Jeans und eine weiße Jacke trägt.

Ein 13-jähriger Bekannter des dringend tatverdächtigen Irakers soll der Polizei den entscheidenden Hinweis zum Fundort der Leiche gegeben haben. Der 20-Jährige soll ihm von dem Mord an Susanna berichtet haben. Auch über den Zeitpunkt der Gräueltat, den 22. oder 23. Mai, sprach der Iraker wohl mit dem Minderjährigen (TAG24 berichtete).

Schon seit Montag (4. Juni) sei nach dem 20-Jährigen zwecks einer Vernehmung gesucht worden sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich aber bereits mit seiner Familie in den Irak abgesetzt. Zudem wurden alle ermittelnden Beamten zur Eigensicherung angehalten, da der 20-Jährige als gewalttätig gelte. Bereits im März sei gegen ihn wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt worden.

Die 14-jährige Susanna war am 22. Mai als vermisst gemeldet worden. Sie war mit Freunden in der Wiesbadener Innenstadt unterwegs gewesen und abends nicht wie abgesprochen nach Hause zurückgekehrt. Bei der Polizei gingen daraufhin mehrere Zeugenhinweise ein, die auf ein Verbrechen hindeuteten.

Nach längerer Suche fand die Polizei dann am Mittwochnachmittag in einem schwer zugänglichen Gelände bei Wiesbaden-Erbenheim eine weibliche Leiche. In der Umgebung des Ortes hatten die Beamten schon in den Tagen zuvor nach der vermissten Jugendlichen gesucht. Die Ermittler gingen aufgrund der Spuren sofort von einem Gewaltverbrechen aus.

SUSANNA WAR JÜDIN

Update, 17.04 Uhr: Nun hat sich auch der Zentralrat der Juden zu schrecklichen Tat geäußert. In einem offiziellen Statement hieß es, die getötete 14-Jährige "war Mitglied der Jüdischen Gemeinde Mainz." Des Weiteren zeigte sich die Dachorganisation betroffen: "Mit tiefer Betroffenheit hat der Zentralrat der Juden in Deutschland die Nachricht von dem Gewaltverbrechen an der 14-jährigen Susanna aus Mainz vernommen."

ZWEITER TATVERDÄCHTIGER MIT AUSSAGE

Update 12.15 Uhr: Aktuell ist laut Staatsanwaltschaft und Polizei fest davon auszugehen, dass der Tatort nicht identisch mit dem Fundort der Leiche ist. Zudem wurde darüber informiert, dass ein Zeuge Susanna das letzte Mal lebend in einer Flüchtlingsunterkunft sah. Dabei soll sie in Begleitung eines Mannes gewesen sein.

Update 12.11 Uhr: Die Festnahme des zweiten, 35-jährigen Tatverdächtigen erfolgte ebenfalls anhand eines Zeugenhinweises. Außerdem soll der Festgenommene bereits eine Aussage getätigt haben.

SUSANNA KANNTE BASHARS BRUDER

Update 12.07 Uhr: Susannas Leiche soll laut Aussagen des Polizeipräsidenten vermutlich seit 23. Mai am späteren Fundort gelegen haben. Darüber hinaus wurde bekannt, dass sie mit dem jüngeren Bruder Bashars bekannt und wohlmöglich sogar verliebt war.

BASHAR SOLL BEREITS EINE 11-JÄHRIGE VERGEWALTIGT HABEN

Update 12.05 Uhr: Bashar kam aller Voraussicht nach im Jahr 2015 nach Deutschland und zog von Gießen im März 2016 nach Wiesbaden. Sein Asylantrag wurde damals abgelehnt, eine Klage verhinderte jedoch die Ausweisung.

Update 12.01 Uhr: Die Ausreise Bashars und seiner Familie geschah höchstwahrscheinlich unter falschem Namen. Die Familie hatte acht Tickets von Düsseldorf nach Istanbul gebucht. Einen Abgleich der Identitäten habe es scheinbar nicht gegeben, da die Gruppe sogenannte Laissez-passer-Dokumente - eine Art Passierschein - in arabischer Sprache mit Passbildern dabei hatte, die von der irakischen Botschaft ausgestellt worden seien. Am Flughafen seien nach den bisherigen Erkenntnissen die Passfotos, aber nicht die Namen abgeglichen worden. So konnte die achtköpfige Familie zunächst nach Istanbul und von dort aus in den Irak weiterreisen. Ihr Ziel sei laut Polizeiinformationen die Stadt Erbil.

Update 11.59 Uhr: Bashar, der mitsamt seiner Eltern und sechs weiteren Geschwistern bereits am vergangenen Samstag (2. Juni) aus Deutschland ausgereist sein soll, steht unter dem Verdacht zuvor ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt zu haben. "Er hat uns ab Februar intensiver beschäftigt. Aber es lag kein Haftgrund vor", so Polizeipräsident Stefan Müller. Auch ein bewaffneter Raub wurde ihm angelastet. In beiden Fällen konnte ihm jedoch nichts nachgewiesen werden. Außerdem geht eine Ingewahrsamnahme nach einer Pöbelei samt Tritten und Spukattacken gegen eine Stadtpolizistin auf sein Konto.

ZWEITER TATVERDÄCHTIGER FESTGENOMMEN

Update 11.50 Uhr: Die 14-jährige Susanna ist nach Angaben der Ermittler durch Gewalteinwirkung gegen den Hals getötet worden. Das sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Achim Thoma am Donnerstag in Wiesbaden. Eine DNA-Überprüfung habe zweifelsfrei ergeben, dass es sich um die Leiche von Susanna handele. Susanna wurde eindeutig Opfer eines Sexual- und Gewaltdelikts. Das sagte der Wiesbadener Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn.

Update 11.45 Uhr: Laut Aussagen eines Sprechers der Staatsanwaltschaft waren am Mord an der 14-jährigen Susanna zwei Männer beteiligt. Neben Bashar soll ein 35-jähriger Mann türkischer Herkunft beteiligt gewesen sein. Er wurde bereits am Mittwoch festgenommen und soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Traurige Gewissheit: Die 14-jährige Susanna wurde das Opfer eines Gewaltverbrechens.
Traurige Gewissheit: Die 14-jährige Susanna wurde das Opfer eines Gewaltverbrechens.  © Polizei Wiesbaden

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