Wilke-Wurst-Skandal zieht seine Kreise: Rollen nun auch in der Politik Köpfe?

Wiesbaden - Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) muss sich im Skandal um keimbelastete Wurst am Mittwoch (10 Uhr) im Umweltausschuss des hessischen Landtags den Fragen der Abgeordneten stellen.

Die Produktion des Wurstfabrikanten Wilke wurde vor rund zwei Wochen eingestellt.
Die Produktion des Wurstfabrikanten Wilke wurde vor rund zwei Wochen eingestellt.  © dpa/Uwe Zucchi

Die Oppositionsfraktionen wollen von ihr wissen, ob zu spät und nicht ausreichend genug über die Zustände bei dem nordhessischen Wursthersteller Wilke informiert wurde.

Die mit Listerien belastete Wurst der Firma wird mit drei Todesfällen und Dutzenden Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. In den Produkten waren mehrfach Keime nachgewiesen worden.

Der Betrieb in Twistetal-Berndorf wurde deshalb vor rund zwei Wochen geschlossen, das Unternehmen meldete wenige Tage später Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer.

Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.

Ministerin Hinz räumt Unstimmigkeiten ein

Update 14.03 Uhr: Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) hat Unstimmigkeiten bei der Kontrolle des geschlossenen Wurstherstellers Wilke eingeräumt: Eine für den 5. September geplante gemeinsame Betriebskontrolle mit anderen Behörden habe der zuständige Landkreis Waldeck-Frankenberg allein vorgenommen, sagte Hinz am Mittwoch vor dem Umweltausschuss in Wiesbaden.

Über die bei der Kontrolle vorgefundenen Mängel habe der Landkreis dem Regierungspräsidium in der Besprechung nach bisherigem Kenntnisstand unzureichend berichtet. Eigentlich sollten laut Ministerin an der Kontrolle neben dem Kreis das Regierungspräsidium Kassel und das Landeslabor Hessen teilnehmen.

Nach derzeitiger Aktenlage sei die Kontrolle vom Landkreis vor dem verabredeten Zeitpunkt und vor dem Eintreffen der Vertreter des Regierungspräsidiums Kassel und des Landeslabors Hessen durchgeführt worden. Stattdessen kam es demnach nur zu einer gemeinsamen Besprechung an diesem Tag.

"Die Aufklärungsarbeit steht jetzt im Fokus. Wir haben den Landkreis aufgefordert, bis 25. Oktober ausführlich über noch offene Fragen zu berichten", sagte Hinz. Darüber hinaus teilte sie mit, dass keine Hinweise über Lebensmittelunternehmen in Hessen mit ähnlichen hygienischen Mängeln wie beim Wursthersteller Wilke vorlägen.

Verbraucherschutzministerin Priska Hinz.
Verbraucherschutzministerin Priska Hinz.  © dpa/Swen Pförtner

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