Weil er in ihn verliebt war: Mann vergiftet Nudelsuppe von Tennisfreund

Wiesbaden/Rüdesheim - Nach einem mutmaßlichen Mordversuch mit einer vergifteten Nudelsuppe beginnt am Montag um 9 Uhr vor dem Wiesbadener Landgericht der Prozess gegen einen 49-Jährigen.

Der Angeklagte soll sich in die Wohnung seines Tennisfreunds geschlichen und dort die Suppe vergiftet haben (Symbolbild)
Der Angeklagte soll sich in die Wohnung seines Tennisfreunds geschlichen und dort die Suppe vergiftet haben (Symbolbild)  © Bild-Montage: 123rf/Jaroslav Machacek, 123rf/Marku

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in Rüdesheim am Rhein in das Haus eines Sportkameraden eingedrungen zu sein und Gift in die Suppe gekippt zu haben, die auf dem Herd stand.

Hintergrund der Tat soll sein, dass der Angeklagte in den mit einer Frau verheirateten Tennis-Kameraden verliebt gewesen sei. Das Opfer erwiderte diese Avancen laut Staatsanwalt aber nicht.

Das Ehepaar hatte die Suppe im Februar 2019 an seine Hunde verfüttert. Die Tiere wurden mit schweren Vergiftungs-Symptomen in eine Klinik gebracht, sie überlebten letztlich.

Die Polizei ließ eingefrorene Reste der Suppe untersuchen, woraufhin Spuren des Gifts der Pflanze Blauer Eisenhut gefunden wurden.

Sowohl der Angeklagte als auch das Ehepaar haben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Beide Männer spielten in einem Verein in Rüdesheim Tennis. Der Angeklagte wurde im April 2019 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Der 49-Jährige war bereits 2001 vom Landgericht Memmingen wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Er hatte versucht, die Eltern seiner damaligen Freundin mit Arsen zu vergiften. Im November 2012 sei der Angeklagte auf Bewährung aus der Haft entlassen worden, teilte der Sprecher der Wiesbadener Staatsanwaltschaft mit.

Gift-Prozess in Wiesbaden: Angeklagter äußert sich nicht persönlich

Update, 11.22 Uhr: Der Angeklagte äußerte sich zum Prozessauftakt persönlich nicht. Wie solle er erklären, dass etwas nicht passiert sei, sagte sein Anwalt. Die Anklage stütze sich auf Indizien und Rückschlüsse. Bei kritischer Betrachtung reichten die reinen Beweise nicht aus für eine Verurteilung.

Die Staatsanwältin sagte, der Angeklagte sei in den Ehemann, den er aus dem Tennisclub kannte, verliebt gewesen. Der mit einer Frau verheiratete Mann habe die Avancen jedoch zurückgewiesen, das habe den 49-Jährigen gekränkt.

Der Prozess gegen den 49-Jährigen beginnt am Montag um 9 Uhr vor dem Landgericht Wiesbaden (Archivbild).
Der Prozess gegen den 49-Jährigen beginnt am Montag um 9 Uhr vor dem Landgericht Wiesbaden (Archivbild).  © dpa/Frederik von Erichsen

Titelfoto: Bild-Montage: 123rf/Jaroslav Machacek, 123rf/Marku

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