Daten von Türken in Hessen womöglich in falsche Hände gelangt

Wiesbaden - Im Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren in Ankara gegen den Kooperationsanwalt der deutschen Botschaft sind womöglich sensible Daten von in Hessen lebenden Türken an die Sicherheitsbehörden in deren Heimat gelangt.

Sensible Daten über Asylbewerber sollen den türkischen Behörden in die Hände gefallen sein (Symbolfoto).
Sensible Daten über Asylbewerber sollen den türkischen Behörden in die Hände gefallen sein (Symbolfoto).  © Olivier Matthys/AP/dpa

Insgesamt seien 32 Personen in Hessen amtlich gemeldet, die betroffen sein könnten, teilte das Innenministerium in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion mit.

Der Anwalt Yilmaz S. war im September 2019 verhaftet worden. Ihm wird unter anderem Spionage vorgeworfen. 

Der Fall ist besonders brisant, weil S. den Auftrag hatte, Angaben von Türken zu überprüfen, die in Deutschland Asyl beantragt hatten. 

Berlin geht davon aus, dass den türkischen Behörden durch die Festnahme des Anwalts sensible Daten über Asylbewerber in die Hände gefallen sind.

Nach Angaben des hessischen Innenministeriums sind 19 der mutmaßlich Betroffene in Hessen bereits von der Polizei aufgesucht und sensibilisiert worden. 

Hinweise für eine konkrete Gefährdung lägen den hessischen Sicherheitsbehörden bislang nicht vor.

Titelfoto: Olivier Matthys/AP/dpa


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