Wiesn-Chef sauer über Bierpreis-Debatten: "Schaut auf die Qualität!"

München - Alle Jahre wieder: Die Debatte um die Bierpreise auf der Münchner Wiesn gehört zum Fest, wie Lederhose und Dirndl. Dem Oktoberfest-Chef läuft das Fass über.

Der Münchner Oktoberfestchef Clemens Baumgärtner ist sauer. Er will weg von den Bierpreis-Debatten.
Der Münchner Oktoberfestchef Clemens Baumgärtner ist sauer. Er will weg von den Bierpreis-Debatten.  © Lino Mirgeler/dpa

Der neue Münchner Oktoberfestchef Clemens Baumgärtner will das Image des Volksfestes aufpolieren.

Die Wiesn sei viel mehr als ein reines Trinkfest - und biete höchste Qualität, sagte der CSU-Politiker, der als neuer Wirtschaftsreferent im März sein Amt angetreten und damit auch die Leitung der Wiesn übernommen hatte.

"Ich will weg von der Preisdiskussion hin zum Fokus auf Qualität. Man wird kaum irgendwo höherwertige Ware bekommen als auf der Wiesn."

Die Wirte müssen bei ihrer alljährlichen Bewerbung um die Zulassung strenge Kriterien erfüllen, nicht zuletzt gibt es dabei Punkte für Nachhaltigkeit und Regionalität. Auch auf die Preise wirft die Stadt ein Auge.

Der Bierpreis liege im Wesentlichen nicht erheblich höher als in Gaststätten in der Münchner Innenstadt, sagt der Wiesnchef.

Die jährliche Erhöhung sei moderat, drei Prozent mehr sei "noch akzeptabel". Schließlich werde das Bier eigens für das Volksfest gebraut. Lamentierenden Gästen sagt er: "Schaut doch auf die Qualität von diesem Bier."

Außerdem gehe es auf der Wiesn nicht nur ums Bier. "Die Wiesn darf nicht reduziert werden auf Essen und Trinken", sagt Baumgärtner. Gerade Familien, die einen guten Teil der Gäste ausmachen, gingen gar nicht ins Festzelt, sondern kämen wegen der Fahrgeschäfte. Eine Maß Festbier kostet in diesem Jahr zwischen 10,80 Euro und 11,80 Euro.

Paradoxe Begründung: Wiesn-Chef Baumgärtner betont, dass das Oktoberfest kein Trinkfest sei - und argumentiert mit der Qualität des Hopfensaftes.
Paradoxe Begründung: Wiesn-Chef Baumgärtner betont, dass das Oktoberfest kein Trinkfest sei - und argumentiert mit der Qualität des Hopfensaftes.  © Frank Leonhardt dpa

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa, Sven Hoppe/dpa (Montage)

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