Kot auf Spielplätzen: Ist Berlins Rattenproblem in diesem Bezirk am schlimmsten?

Berlin - Berlin ist weiterhin eine Goldgrube für Schädlingsbekämpfer: Auch 2018 hat sich die Zahl der gemeldeten Rattenbekämpfungen wieder erhöht. Stadtweit gab es im letzten Jahr 11.414 davon!

Die Nudelsuppe im Klo runterspülen? Keine gute Idee! Denn die Ratten vermehren sich nicht nur in der Kanalisation, sondern kommen über die Rohre auch in Eure Wohnung!
Die Nudelsuppe im Klo runterspülen? Keine gute Idee! Denn die Ratten vermehren sich nicht nur in der Kanalisation, sondern kommen über die Rohre auch in Eure Wohnung!  © 123RF

Das sind etwa 14 Prozent mehr als 2017, was laut einer Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales ein "bemerkenswerter Anstieg sei". Zum Vergleich: 2013 gab es noch 6.370 dokumentierte Einsätze.

Doch was genau bedeuten diese Zahlen? Sie meinen die Fälle, in denen Hauseigentümer den Rattenbefall melden und eine Bekämpfung einleiten. Seit 2011 ist das sogar Gesetz in Berlin!

Insofern bedeute der Anstieg der gemeldeten Fälle nicht zwangsläufig auch einen Anstieg der Berliner Rattenpopulation, erklärte die Sprecherin.

Die bekanntesten Problemstellen sind die Gegend um den Hackeschen Markt, der Alexanderplatz, der Augustenburger Platz, der Leopoldplatz und der Kleine Tiergarten. Hier kommt das Rattenproblem immer wieder zurück.

Auch Spielplätze über die ganze Stadt hinweg mussten häufig gesperrt werden, da Giftköder ausgelegt wurden. Unter anderem durch Ratenkot werden Eltern immer wieder auf das Problem aufmerksam

Am Öftesten gemeldet wurde allerdings im Bezirk Marzahn-Hellersdorf: 2.400 Mal rückten Schädlingsbekämpfer dorthin aus, um gegen Ratten vorzugehen. Dass es hier wirklich die meisten Ratten in Berlin gibt, ist aber dennoch nicht gesagt. In dem Bezirk gibt es traditionell viele Wohnungen von Genossenschaften – und die melden Ratten zuverlässig.

Auf den Folgeplätzen sind mit Mitte (1.530) und Friedrichshain-Kreuzberg (1.240) zwei extrem dicht besiedelte Bezirke.

Warum gibt es so viele Ratten in Berlin?

Ihre Ausscheidungen sind in der Regel leichter zu erkennen, als Ratten selbst.
Ihre Ausscheidungen sind in der Regel leichter zu erkennen, als Ratten selbst.

Einer der wichtigsten Faktoren ist, wie auch in anderen Großstädten, die nahezu unbegrenzt vorhandene Nahrung. Pizzastücke im Mülleimer, Picknick-Reste, schlecht geschützte Abfälle von Restaurants: Ein Festmahl für die kleinen Nager mit den langen Schwänzen!

Doch nicht nur wegen der menschlichen Nahrungsreste ist die Stadt ein tolles Wohnzimmer für Ratten. Durch viele Flüsse, Seen, Kanäle und Grünanlagen können sich die Ratten häuslich einrichten und finden ideale Bedingungen vor.

Weiteres Problem: Das Füttern von Wildtieren wie Tauben oder Enten. Die essen häufig nicht alles und die Reste gehen dann an, ganz genau, die Ratten. Ganz abgesehen davon, dass es auch für die Vögel nicht gesund ist.

Übrigens: Experten gehen davon aus, dass in Großstädten wie Berlin auf jeden Menschen mindestens eine Ratte kommt.

Das würde für das touristische Berlin deutlich über 3,5 Millionen Ratten bedeuten, die in Kanalisationen herumkriechen oder Nester unter Sandkästen bauen.

Was kann man gegen Ratten selbst tun?

Je besser genährt die Ratten sind, desto mehr Nachwuchs bekommen sie. (Symbolbild)
Je besser genährt die Ratten sind, desto mehr Nachwuchs bekommen sie. (Symbolbild)  © 123RF

Ratten kommen durch nahezu alle Löcher und Spalten auf ihrer Suche nach Nahrung. Eine Lücke von zwei Zentimetern reicht völlig aus. Das ist etwa die Größe eines 5 Cent Stücks.

Und wo sie nicht so hineinkommen, da beißen sie sich durch. Man sieht das zum Beispiel des Öfteren an angeknabberten Mülltonnen.

Dennoch ist es sehr sinnvoll Löcher, beispielsweise in Kellerfenstern, zu verschließen. Denn jede Hürde, die die Ratte zu nehmen hat, ist gut.

Weitere wichtige Tipps um sich gegen Ratten zu wappnen sind:

  • Nahrungsmittel in luftdichten Tupper- oder Metallboxen aufbewahren
  • Weder Essensreste, noch Tiernahrung in der Toilette oder dem Waschbecken entsorgen: Wanderratten können Abflussrohre hinaufklettern
  • Kein Gerümpel oder Sperrmüll im Keller / auf dem Dachboden: Das ist super Baumaterial für ein Rattennest

Vor etwa einem Jahr räumte die Polizei ein Horror-Haus in Berlin mit Rattenbefall (TAG24 berichtete): Ein solcher Ort kann einer gewaltigen Menge von Ratten ein Zuhause bieten.

Meldet gesichtete Ratten deshalb unbedingt immer dem Gesundheitsamt. Häufig ist eine gesehene Ratte bereits Anzeichen für einen größeren Befall.

Kanalisationen sind gute Wanderrouten für Ratten, können aber auch Nahrung bieten, wenn Lebensmittel im Klo heruntergespült werden. (Symbolbild)
Kanalisationen sind gute Wanderrouten für Ratten, können aber auch Nahrung bieten, wenn Lebensmittel im Klo heruntergespült werden. (Symbolbild)  © 123RF

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