So brutal sollen Brandenburger Wildschweine getötet werden

Potsdam - Die Jagd mit Gewehren reicht anscheinend nicht mehr aus. Nun will man in Brandenburg den Wildschweinen mit Pfeil und Bogen zu Leibe rücken!

Tierschutzbeauftragter Stefan Heidrich (45) lehnt die Jagd mit Pfeil und Bogen entschieden ab.
Tierschutzbeauftragter Stefan Heidrich (45) lehnt die Jagd mit Pfeil und Bogen entschieden ab.  © Christina Kurby/Ministerium der Justiz und für Eur

"Die Todeswirkung ist um ein Vielfaches geringer als bei der zugelassenen Jagd- beziehungsweise Tötungsmethode mit Geschossen", so das Statement von Stefan Heidrich, Tierschutzbeauftragter des Landes Brandenburg.

Dennoch soll ab Sommer diesen Jahres mit der altertümlich anmutenden Jagdmethode gegen die Wildschwein-Plage in der Gemeinde Stahnsdorf vorgegangen werden.

Seit Jahren ziehen dort Wildschweine durch den Ort, verwüsten Gärten und verursachen Verkehrsunfälle.

Und mit den herkömmlichen Jagdmethoden, also beispielsweise mit Gewehren, scheint man der Situation in Stahnsdorf nicht mehr Herr zu werden.

Schmerzen und Leiden bei den Tieren

Nach einer Hetzjagd erlegte Wildschweine in Stahnsdorf (Brandenburg).
Nach einer Hetzjagd erlegte Wildschweine in Stahnsdorf (Brandenburg).  © Ralf Hirschberger/ZB/dpa

Eigentlich ist die Bogenjagd in Deutschland schon seit 1976 verboten – anscheinend aus gutem Grund.

"Tiere können auch nach einem guten Schuss noch viele Meter flüchten, teils auch weite Strecken", erklärte Stefan Heidrich der Deutschen Presse-Agentur. Und diese Flucht bedeute für die Tiere Schmerzen und Leiden.

Laut dem Tierschutzbeauftragen seien andere Methoden effektiver uns sinnvoller: "Den Wildschweinen ist die Nahrungsgrundlage in den betroffenen Bereichen zu entziehen". Das mache die Gegend für die Wildtieren einfach uninteressanter. Mit wildsicheren Behältern für Müll sei das möglich. Allerdings könne es lange dauern, bis die Botschaft bei den Tieren auch wirklich ankomme.

Sollte das Bogenprojekt dann im Sommer an den Start gehen, würde nach Angaben des Ministeriums die Jagdbehörde prüfen, ob der Jäger eine entsprechende Genehmigung, wie auch die praktische Befähigung zur Jagd mit Pfeil und Bogen habe.

Eine Voraussetzung beispielsweise: Der Schütze muss fünf von sechs Zielscheiben von der Größe eines Bierdeckels auf 25 Meter Entfernung treffen.

Mit solchen Pfeilspitzen soll bald auf die Wildschweine in Stahnsdorf geschossen werden.
Mit solchen Pfeilspitzen soll bald auf die Wildschweine in Stahnsdorf geschossen werden.  © ---/Gemeinde Stahnsdorf/dpa

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