Verbot auf der Kippe! Treten in Leipzig bald wieder Elefanten auf?

Die Stadt Leipzig musste das Wildtier-Verbot wieder aufheben.
Die Stadt Leipzig musste das Wildtier-Verbot wieder aufheben.  © DPA

Leipzig - Seit über einem Jahr vermietet die Stadt ihre Flächen nicht mehr an Zirkusbetriebe mit Wildtieren. Doch das Auftrittsverbot für Elefanten, Tiger und Co. steht auf der Kippe.

Die Landesdirektion als zuständige Behörde prüft derzeit einen Widerspruch gegen das Leipziger Wildtier-Verbot. Dies erklärte Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) auf Anfrage der CDU.

Die Stadt hat eine Stellungnahme dazu abgegeben, die der Landesdirektion vorliegt. Rosenthal erwartet, dass die Behörde das vom Stadtrat beschlossene Wildtier-Verbot für Zirkusbetriebe außer Kraft setzt.

Der Verband der Zirkusunternehmen wehrt sich gegen die Verbannung von städtischen Flächen wie dem Kleinmessegelände am Cottaweg. Rückenwind erhalten die Zirkusbetreiber durch ein Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg.

Die Richter entschieden, ein Wildtier-Verbot greife unzulässig in die Freiheit der Berufsausübung von Zirkusunternehmen ein. Ein Zirkus hatte gegen die Stadt Hameln geklagt, nachdem er Stadtrat beschlossen hatte, städtische Flächen nur noch an Zirkusbetriebe ohne Affen, Bären, Elefanten, Tiger oder Löwen zu vermieten.

Der Leipziger Stadtrat hatte im Februar vergangenen Jahres eine ähnliche Regelung beschlossen. Demnach vermietet die Stadt keine Flächen mehr an Zirkusbetriebe mit Affen, Bären, Elefanten, Nashörner, Flusspferde oder Giraffen. Damit folgte der Stadtrat im Grundsatz einer Petition mit mehr als 3600 Unterzeichnern.

Mit dem Wildtier-Verbot steht Leipzig im Freistaat nicht alleine da. Auch der Chemnitzer Stadtrat wollte dressierte Elefanten und Giraffen von städtischen Grundstücken verbannen, steht aber vor den gleichen rechtlichen Problemen wie Leipzig (Tag24 berichtete).


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