Wildtier-Rate in Berlin explodiert: Besteht Grund zur Sorge?

Immer mehr Wildtiere lassen sich in dicht besiedelten Wohngebieten antreffen.
Immer mehr Wildtiere lassen sich in dicht besiedelten Wohngebieten antreffen.  © DPA

Berlin - Als grüne Stadt gefällt Berlin nicht nur seinen menschlichen Bewohnern, sondern zieht auch immer mehr Tiere an. Besonders allarmierend ist die Zahl streunender Katzen, die immer mehr zum Problem werden.

Außer der Zahl der Einwohner steigt in Berlin auch diejenige frei lebender Vierbeiner der verschiedensten Art, die sich hier zunehmend wohlfühlen. Besonders dramatisch sind die streunenden Katzen, die an der Spree leben.

Die genaue Zahl sei nicht zu ermitteln, aber es sei von mehreren Zehntausend auszugehen, sagte die Sprecherin des Berliner Tierschutzvereins, Annette Rost. Diese führten in der Hauptstadt einen täglichen "Überlebenskampf". Hier wäre eine Kastrationspflicht, wie es sie in anderen Bundesländern schon gebe, hilfreich.

Die Bestände bestimmter Wildtierarten sind nach Expertenschätzung "teilweise explodiert", berichtet der Experte Derk Ehlert. Dazu zählen vor allem Füchse, Waschbären oder auch Wildschweine, die durch das reichhaltige Futterangebot und der milden Witterung in die Städte vordringen. Auch führt die intensive Landwirtschaft im Umland zur Entziehung der Lebensgrundlage.

Wichtigste Aufgabe bei der Problematik ist laut Ehlert, die Bevölkerung hinreichend aufzuklären. «Viele Stadtmenschen haben sich von der Natur entfernt und müssen wieder lernen, mit ihr umzugehen.» Die Bürger seien beispielsweise meist verunsichert, wenn sie einem Fuchs begegneten.

Viele Tiere übernähmen in der Stadt auch nützliche Funktionen, betont Ehlert. Sie zu füttern sei ein absolutes Tabu. Am ehesten sei den «Mitbewohnern» geholfen, wenn die Menschen sie nicht beachteten. Nur selten komme es zu ernsthaften Problemen mit Wildtieren.

In brandenburgischen Städten ein ähnliches Bild, wenngleich die Schäden mancherorts wesentlich beträchtlicher sind.

Titelfoto: DPA


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