Vorsicht vor Wildschwein, Hirsch & Co.: Das müsst ihr bei Wildunfällen beachten

Sachsen - Die Tage werden kürzer, es gibt häufiger Nebel und in der Dämmerung flitzen gern mal Rehe, Hirsche oder Wildschweine über die Straße. Herbstzeit ist Wildunfallzeit! Doch was tun, wenn es plötzlich kracht?

Im Herbst kann es schnell zu Wildunfällen kommen. (Symbolbild)
Im Herbst kann es schnell zu Wildunfällen kommen. (Symbolbild)  © 123rf/lassedesignen

2018 wurden laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswitschaft 268.000 Wildunfälle registriert. Erst am vergangenen Sonntag ist im Neukirchner Ortsteil Dänkritz ein Seat-Fahrer (32) mit einem Wildschwein kollidiert. Das Tier überquerte auf Höhe der Deponie die S290/Hauptstraße. Durch den Unfall entstand ein Schaden von über 5000 Euro.

Was ist zu beachten, wenn es zu so einem Unfall kommt, wer muss informiert werden und wann zahlt die Versicherung? Experten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) geben Auskunft:

Auf keinen Fall sollten betroffene Autofahrer einfach weiterfahren. Wie bei jedem anderen Unfall auch, muss die Unfallstelle abgesichert und die Polizei informiert werden. Wenn ein Wildunfall nicht gemeldet wird, begeht der Fahrer eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld von 5000 Euro.

Wenn das Tier bei dem Unfall verletzt, aber nicht getötet wird und vom Fahrer einfach zurückgelassen wird, verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Auch da drohen hohe Geldstrafen.

Wer übernimmt die Kosten bei einem Wildunfall?

Nach einem Wildunfall bekommt man von der Polizei oder dem zuständigen Forstamt die Unterlagen für die Versicherung. "Schäden am Fahrzeug können nur über eine bestehende Teil- oder-Vollkaskoversicherung reguliert werden", erklären die Versicherungsprofis der DVAG.

Viele Teilkaskoversicherungen zahlen allerdings nur, wenn es sich bei den Tieren um Rehe, Wildschweine oder Füchse, sogenanntes Haarwild, handelt. Der Unfall muss nachgewiesen werden, also Bescheinigung vom Jäger einholen, Fotos machen und auch Zeugenaussagen, die den Unfallhergang belegen, sind sinnvoll.

Aber Achtung, wenn der Schaden durch ein Ausweichmanöver entstanden ist, sind laut DVAG keine Wildunfälle. da zahlt nur die Vollkaskoversicherung.

Was passiert mit dem Tier nach dem Unfall?

Wenn der Unfall tödlich für das Tier ausgeht, sollte man es nur von der Straße entfernen, wenn es sich um kleine Tiere handelt. "Dabei das Tier nur mit Handschuhen anfassen – denn besonders bei wilden Tieren besteht eine hohe Infektionsgefahr wie etwa Tollwut. Auch wenn das Tier auf einer Schnellstraße liegt oder dichter Verkehr herrscht, geht die eigene Sicherheit immer vor", raten die Experten. Noch lebende Tiere sollte man nicht Anfassen sondern lieber Abstand halten. Einige Arten, wie zum Beispiel Wildscheine können auch verletzt noch sehr gefährlich werden.

Rehe, Wildschweine und Co. dürfen nicht einfach von der Unfallstelle mitgenommen werden. Das zählt als Wilderei und es werde hohe Strafen fällig.

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