"Horror-Haus": Knast-Bilder von Wilfried W. sollen im Netz kursieren

Wilfried W. beklagte sich, dass er im Knast von anderen Mithäftlingen zu Aussagen gezwungen wird.
Wilfried W. beklagte sich, dass er im Knast von anderen Mithäftlingen zu Aussagen gezwungen wird.  © DPA

Detmold - So wie es aussieht, wollen einige Mithäftlinge von Wilfried W. (47) Kapital aus seinem Bekanntheitsgrad schlagen.

Über Jahre hinweg sollen der Angeklagte und seine Ex- Frau Angelika W. (48) mehrere Frauen in ein Haus nach Höxter-Bosseborn gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei kamen dabei ums Leben.

Die Mithäftlinge aus dem Knast in Detmold, in dem der 47-Jährige seit rund anderthalb Jahren in Untersuchungshaft sitzt, sollen ihn zu Aussagen zwingen wollen, die sie dann mit Handys filmen und verkaufen können.

Wilfried W. selbst beklagte sich darüber. Es soll sogar schon Fotos des Angeklagten im Internet geben. Auf einem ist zu sehen, wie die Zelle des 47-Jährigen aussieht: Wände sind mit Tierbildern von Hunden, Katzen und Pferden geschmückt. Außerdem sieht man einen großen Kalender.

Obwohl Handys im Knast eigentlich verboten sind, würden sie genau wie Drogen "immer wieder in Haftanstalten" gelangen, wie Oliver Burlage, Leiter der JVA Detmold, gegenüber dem Westfalen-Blatt erklärt.

In diesem Jahr sollen bereits vier gefunden worden sein. Wer erwischt wird, hat mit Strafen wie der Streichung von Freizeitmaßnahmen zu rechnen.

"Vor allem kleine Geräte können von Besuchern in Körperöffnungen geschmuggelt werden." Deshalb wird demnächst bei Besuchen immer ein Beamter dabei sitzen.

Trotzdem gibt es keine Garantie, dass nicht trotzdem Handys reingeschmuggelt werden: "Wer geschickt ist, kann ein kleines Gerät während des Besuchs übergeben – auch wenn die Besuchskontakte mit Kameras überwacht werden."

Neben den Besuchern sind aber auch kriminelle Anwälte oder sogar Justizvollzugsbeamte eine Schwachstelle.

Titelfoto: DPA


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