Nach Wilke-Skandal: Scharfe Kritik von Foodwatch an Lebensmittel-Kontrollen in Hessen

Berlin/Wiesbaden - Wegen eines deutlichen Personalmangels finden in Hessen nach Erkenntnissen der Verbraucherorganisation Foodwatch zahlreiche vorgeschriebenen Lebensmittel-Kontrollen nicht statt.

Der Listerien-Skandal um die hessische Firma Wilke hatte hohe Wellen geschlagen.
Der Listerien-Skandal um die hessische Firma Wilke hatte hohe Wellen geschlagen.  © Uwe Zucchi/dpa

Fast drei von zehn vorgeschriebenen Betriebskontrollen bei Restaurants, Imbissen oder Lebensmittelherstellern fielen im vergangenen Jahr aus, ergebe sich aus Informationen der zuständigen Behörden, teilte die Organisation am Mittwoch mit.

Teils setzten Kommunen weniger als die Hälfte ihrer Vorgaben um. Die Organisation forderte Verbraucherministerin Priska Hinz (Grüne) zum Einschreiten auf.

Foodwatch nannte als besonders auffällige Negativbeispiele den Odenwaldkreis, wo nur 29 Prozent der Kontrollen stattgefunden hätten, den Kreis Bergstraße (48 Prozent), den Main-Taunus-Kreis (49 Prozent) sowie die Stadt Darmstadt, die keine präzisen Angaben machte – die Organisation errechnete aus vorhandenen Daten eine Quote von weit unter 50 Prozent. Auch andere Kommunen hätten Auskünfte verweigert, was rechtswidrig sei, kritisierte Foodwatch.

Auf nur die Hälfte der Kontrollen kommt der Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo sich die Firma Wilke befindet, in deren Produkten gefährliche Listerien entdeckt worden waren (TAG24 berichtete). Hier hätten von den 2294 vorgeschriebenen Kontrollen 1145 stattgefunden.

Wilke-Skandal: Diverse Krankheitsfälle und drei Tote

Der Wurst-Skandal hatte bundesweit großes Aufsehen erregt, da er nicht nur mit zahlreichen Krankheitsfällen, sondern auch mit drei Todesfällen in Verbindung gebracht wird.

Ministerin Hinz hatte Konsequenzen aus dem Wilke-Skandal angekündigt, so sollen zusätzliche Stellen in der Fachaufsicht des Ministeriums und bei den Regierungspräsidien entstehen.

Auch mehr unangemeldete Kontrollen soll es künftig geben.

Titelfoto: Uwe Zucchi/dpa

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