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Für Dresden gibt Juliano alles auf

Dresden - Die Welt schaut in diesen Monaten auf unsere Stadt. Es heißt, hier herrsche Misstrauen gegenüber Fremden. Doch das stimmt nicht! Unsere Stadt ist weltoffen. Mit der Serie „Willkommen in Dresden“ treten wir hier jeden Mittwoch den Beweis an. Diesmal: Juliano Razafindramora.

Die Welt schaut in diesen Monaten auf unsere Stadt. Es heißt, hier herrsche Misstrauen gegenüber Fremden. Doch das stimmt nicht! Unsere Stadt ist weltoffen. Mit der Serie „Willkommen in Dresden“ treten wir hier jeden Mittwoch den Beweis an. Diesmal: Juliano Razafindramora

„Die Altstadt ist die Seele Dresdens“: Die Brühlsche Terrasse ist Julianos Lieblingsplatz. Seine Eindrücke zeichnet er auf Bilder, hält sie so fest.
„Die Altstadt ist die Seele Dresdens“: Die Brühlsche Terrasse ist Julianos Lieblingsplatz. Seine Eindrücke zeichnet er auf Bilder, hält sie so fest.

Von Hermann Tydecks

Dresden - Juliano Razafindramora (37) ist promovierter Physiker, spricht vier Sprachen und liebt seine Familie. Doch seine Heimat Madagaskar hat er verlassen, um in Dresden zu leben. Mehr noch: Er will unbedingt Deutscher werden - gibt dafür sogar seine madagassische Staatsangehörigkeit auf.

Dabei hatte Juliano ursprünglich gar nicht geplant, in Dresden zu landen. Er wuchs in Toamasina (gut 200 000 Einwohner) an Madagaskars Ostküste auf, machte dort sein Abitur, ging dann mit 17 Jahren zum Studium der Physik nach Marseille in Frankreich. Dort spezialisierte er sich auf Halbleitertechnologie und promovierte.

An der Uni belegte er auch einige Jahre Deutschkurse. „Dadurch war ich neugierig auf Land und Kultur geworden“, sagt Juliano mit leichtem französischen Akzent.

Mit dem Doktortitel frisch in der Tasche bewarb er sich bei einem Chiphersteller in München - und der schickte ihn in die Zweigstelle nach Dresden.

„Es war ein Zufall“, sagt Juliano. „Ein sehr guter Zufall!“

Schnell lernte er die Vorzüge von Elb- Florenz kennen - und schätzen: „Der Lebensrhythmus ist relativ entspannt hier, weniger hektisch als etwa in Berlin“, lobt Juliano. „Und mir gefällt die Kombination aus Kultur, Natur und Halbleiter-Industrie.“

Letztere brachte ihm 2011 einen Job beim Chip-Riesen Globalfoundries in Wilschdorf ein: Dort forscht er nach immer leistungsfähigeren Technologien für Computer und Smartphones. Durch seine Arbeit hat er auch schnell Freunde gefunden, trifft sich etwa regelmäßig mit den Leuten aus der französischsprachigen Gemeinschaft der Stadt.

In seiner Neustädter Wohnung spielt er gerne auf seiner Gitarre.
In seiner Neustädter Wohnung spielt er gerne auf seiner Gitarre.

Er spielt Gitarre, geht gern im Georg-Arnhold-Bad oder in Cossebaude schwimmen. Einer seiner liebsten Orte ist die Brühlsche Terrasse:

„Ich sitze hier immer wieder gerne, blicke auf die Elbe.“

Und er ist begeistert von den Bauwerken der Innenstadt mit ihrer Architektur. „Die Altstadt ist die Seele Dresdens“, sagt Juliano. Und die hält er mit Bleistift auf Papier fest, zeichnete schon Semperoper, Katholische Hofkirche, Neumarkt oder die Martin-Luther-Kirche in der Neustadt, in deren Nähe er wohnt.

Eines fehlt Juliano aber noch, um endgültig anzukommen, es ist ihm wichtig: der deutsche Pass.

„Es ist eine Frage der Wahl“, erklärt er. „Mit welchen Werten, mit welchem Staat identifiziere ich mich?“

Juliano Razafindramora (37) kommt aus Madagaskar und will unbedingt Deutscher werden. Dafür ist er sogar bereit, seine madagassische Staatsangehörigkeit (und Pässe) aufzugeben.
Juliano Razafindramora (37) kommt aus Madagaskar und will unbedingt Deutscher werden. Dafür ist er sogar bereit, seine madagassische Staatsangehörigkeit (und Pässe) aufzugeben.

Eine Frage, deren Antwort viele Jahre reifte. Nun ist sich Juliano aber sicher: „Die politische Freiheit hier ist etwas, was in vielen Ländern nicht selbstverständlich ist.“

Nach einem Regimewechsel in Madagaskar wanderte ein Verwandter ohne Prozess ins Gefängnis ein - in der Bundesrepublik undenkbar. „Und man kann sich hier wirklich frei entfalten, geistig und künstlerisch“, lobt Juliano.

In Dresden hat er seine Freiheitsrechte bereits genutzt, gegen den Autoverkehr in der Neustadt demonstriert. „Es hatte zwar wenig Erfolg, aber darum geht es ja nicht“, lacht Juliano.

Auch dass er im Urlaub Heimweh nach Dresden bekam, beim Schlafen in seinen Träumen Deutsch sprach, bestärkte ihn in seinem Wunsch.

Im letzten Jahr belegte er als tausendster Kandidat der Volkshochschule Dresden den Einbürgerungstest. Keine echte Hürde für den „Tausendsassa“ Juliano, der im Alltag längst Deutsch spricht, mit einigen Freunden Französisch, mit Arbeitskollegen Englisch und mit seiner Familie Malagasy.

Seine Eltern, die ihn einmal im Jahr besuchen kommen, waren zwar ein bisschen traurig. Denn um offiziell Deutscher zu sein, muss er seine madagassische Staatsangehörigkeit aufgeben. „Aber sie haben es verstanden und sind auch stolz auf mich.“

Bald wird er von der Verwaltung seinen deutschen Pass erhalten. Dann ist er endgültig in Dresden, seiner neuen Heimat, angekommen.

Was ihm in Dresden missfällt

Die Razafindramora- Geschwister in Madagaskar Ende der 80er-Jahre: J ulia (obere Reihe, v.l.), J uliot, J uliana, J uliano (untere Reihe, v.l.) und Julianie.
Die Razafindramora- Geschwister in Madagaskar Ende der 80er-Jahre: J ulia (obere Reihe, v.l.), J uliot, J uliana, J uliano (untere Reihe, v.l.) und Julianie.

„Es ist schade, dass es PEGIDA gegeben hat“, sagt Juliano. Er verwendet bewusst diese Zeitform, auch wenn die selbst ernannten Retter des Abendlandes noch immer demonstrieren.

„PEGIDA differenziert nicht, behauptet etwa pauschal, Ausländer und Muslime nehmen den Dresdnern die Arbeit weg. Davon fühle ich mich betroffen.“

Die Wirklichkeit sei doch viel komplizierter. „Viele Anhänger lassen sich instrumentalisieren. Dass sich Dresden der Welt so gezeigt hat, ist sicher schädlich“, bedauert er. „Dabei hat die Stadt so viel zu bieten.“

So wird man Deutscher

Im letzten Jahr belegte er als tausendster Kandidat der Volkshochschule Dresden den Einbürgerungstest - mit Erfolg. Bald soll er den deutschen Pass erhalten.
Im letzten Jahr belegte er als tausendster Kandidat der Volkshochschule Dresden den Einbürgerungstest - mit Erfolg. Bald soll er den deutschen Pass erhalten.

Erforderlich ist eine Mindestaufenthaltsdauer (acht Jahre) und ein gesichertes Aufenthaltsrecht in der BRD, ausreichende Deutschkenntnisse, feste Unterkunft und gesicherter Lebensunterhalt (kein ALG II), dazu entsprechende Nachweise (Deutschzertifikat, Arbeitsvertrag etc.).

Ein Bekenntnis zu Deutschland und Demokratie wird über den Einbürgerungstest abgenommen.

Die meisten Einbürgerungsverfahren dauern ein bis zwei Jahre. Die Verwaltungsgebühr beträgt 255 Euro. Seit 2010 erhalten in Dresden pro Jahr etwa 250 Ausländer einen deutschen Pass. Die häufigsten Herkunftsländer sind die Ukraine und Vietnam.

Fotos: Holm Helis, Privat, Thomas Türpe, Eric Münch

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