Miia macht Dresdnern Lust auf den hohen Norden

Die Welt schaut in diesen Monaten auf unsere Stadt. Es heißt, hier herrsche Misstrauen gegenüber Fremden. Doch das stimmt nicht! Unsere Stadt ist weltoffen. Mit der Serie „Willkommen in Dresden“ treten wir hier jede Woche den Beweis an. Heute: Miia aus dem finnischen Norden.

Miia in ihrem Reisebüro.
Miia in ihrem Reisebüro.

Von Katrin Koch

Dresden - Vergesst alles, was Ihr aus skandinavischen Krimis über Schweden, Finnen oder Norweger zu glauben wisst. Sie sind weder schwermütig noch mordlüstern. Sie sind fröhlich heiter wie Miia Kajander (34).

Seit 15 Jahren lebt und arbeitet die Finnin in Dresden - und macht uns ihre Heimat schmackhaft.

Im Reisebüro von „schulz aktiv reisen“ verkauft sie Winter-Wander-Reisen in die ausgedehnten Wald- und Seenlandschaften des Nordens. Fast ist es ein bisschen schade, als sie sagt: „Ich betreue vor allem die Ski- und Huskyreisen. Aber ich fahre nicht mit.“

Mit Miia hätte man selbst bei den größten Strapazen viel zu lachen!

Lieblingsplatz: Die Kunsthofpassage in der Neustadt.
Lieblingsplatz: Die Kunsthofpassage in der Neustadt.

„Klar kann ich Ski fahren. Das gehört in Finnland an den Schulen zum Sportunterricht“, kommt Miia sofort ins Schwärmen. „Bei uns im Norden kann man acht Tage unterwegs sein und man begegnet niemandem. Die absolute Ruhe und Stille ist einzigartig. Man hört nur den Wind.“

In ihrem Büro auf der Bautzner Straße dagegen klingt der Straßenlärm durchs Fenster.

Miias Wohnung ist gleich um die Ecke - mit ihrem Mann Alexander (34) und Katze Onan (Finnisch: "Glück") hat sich die Sprachwissenschaftlerin in der Neustadt eingerichtet.

„Während meines Studiums jobbte ich nebenher auf dem Weihnachtsmarkt auf der Hauptstraße. In der finnischen Holzhütte mit Feuerbachs“, lacht Miia.

Miia mit ihrer Glückskatze Onni.
Miia mit ihrer Glückskatze Onni.

„Die Besitzerin vermittelte mir ein Praktikum bei ,Schulz aktiv reisen‘.“ Die Nachfrage nach nordischen Abenteuern in Schnee und Eis bescherte Miia einen festen Job.

„Aber ich mache keine Pläne für die Zukunft. Ich weiß nicht, ob ich in Dresden bleibe, oder ob ich irgendwann nach Finnland zurückgehe.“ Und das scheint Miia aber nicht mehr so einfach. „Denn in Deutschland bin ich die Finnin. Und in Finnland bin ich die Deutsche..."

Für Dresden sprechen die vielen Theater und Kulturveranstaltungen. „Aber man muss sich echt bei begehrten Karten ranhalten. In Finnland geht man einfach ins Theater, meist riesengroße Säle und es ist immer noch ein Platz frei.“

Die Finnin sucht die Nähe zum Wasser.
Die Finnin sucht die Nähe zum Wasser.

Und umgekehrt? „Die Deutschen scheinen ja echt wild auf nordische Krimis zu sein. Ich selbst verschlinge Henning Mankell und seinen Kommissar Kurt Wallander“, gibt Miia zu.

Wer sie noch nicht kennt, sollte die extrem spannenden Bücher des schwedischen Autorenduos Michael Hjorth (52) und Hans Rosenfeldt (51) versuchen.

Mit einem Krimi in der Hand sieht man dann Miia auch am Elbufer sitzen. „Das ist echt schön hier, auch mit dem Rad am Fluss entlang fahren, ist toll. 30- bis 50-Kilometer-Touren bin ich schon geradelt. Für längere Ausflüge reicht die Zeit meist nicht“, bedauert Miia. „Es gibt so viel im Reisebüro zu tun...“

Weitere Teile der Serie:

ALINA IST VERLIEBT IN DRESDEN

TANZ-PROFESSOR AUF PALUCCAS SPUREN

ZUR KOMPLETTEN SERIE


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0