Nächste Runde im Kampf um den Riesen: Jetzt soll sich der Innenminister kümmern

Wilsdruff - Der verzweifelte Kampf um den Funkmast von Wilsdruff. Für viele Einheimische ist er weithin sichtbares Wahrzeichen nahe der A 4. Für manch andere ist er dagegen nur teurer Metallschrott. Deshalb soll der Riese eigentlich schon in wenigen Monaten abgerissen werden. Doch noch besteht Hoffnung auf Erhalt ...

Den rot-weißen Riesen nahe der A 4 kennen auch viele Autobahn-Pendler. Doch dem Wilsdruffer Wahrzeichen droht der Abriss.
Den rot-weißen Riesen nahe der A 4 kennen auch viele Autobahn-Pendler. Doch dem Wilsdruffer Wahrzeichen droht der Abriss.  © Thomas Türpe

Wie es aus dem zuständigen Innenministerium heißt, wird es noch an diesem Freitag ein Treffen von Minister Roland Wöller (CDU), Bürgermeister Ralf Rother (CDU) und dem Förderverein geben.

Ein Ministeriumssprecher: "Der Freistaat kann sich eine Unterstützung mit 250.000 Euro vorstellen. Dafür muss aber ein Konzept im Rahmen des Denkmalschutzes her."

Vereinschefin Sabine Neumann: "Die Zeit drängt. Wir haben Sorge, dass der Mast bis Jahresende gesprengt wird."

Daher habe man inzwischen ein Konzept für den Mast, aber auch für die benachbarten Rundfunkanlagen erarbeitet. "Parallel haben wir die drei Eigentümer angeschrieben."

Ergebnis: Mit dem Eigentümer des Sockels, der Deutschen Funkturm, stehe man bereits in Verhandlungen. Die Media Broadcast als Besitzerin des Masts wolle trotz Abrissabsichten kurioserweise erst ein Konzept sehen. Der Grundstückseigentümer wiederum habe sich gar nicht zurückgemeldet. So oder so: Es gebe einen Interessenten für alle drei Anlagen (im Paket).

Der "Bleistift" genannte Funkmast (153 Meter) wurde 1954 errichtet, ist aber nicht denkmalgeschützt. Denkmalgeschützt sind dagegen die Funkräume am Boden. Der Verein stellt sich ein Museum in den Gebäuden vor. Auch Schülerfunk und Mast-Betrieb für Notfälle sind im Gespräch.

Hintergrund: Der Mast sendet auf sicherer Mittelwelle. Damit ist er nach Ansicht des Vereins ideal, um bei Bedarf zeitweise das fragile Digitalnetz der Behörden zu ersetzen ...

Sabine Neumann und Jürgen Juhrig machen sich mit einem Förderverein für den Erhalt des Funkmastes stark.
Sabine Neumann und Jürgen Juhrig machen sich mit einem Förderverein für den Erhalt des Funkmastes stark.  © Daniel Förster
Innenminister Roland Wöller spricht am Freitag mit dem Verein auch über Ideen über eine zukünftige Nutzung des Senders.
Innenminister Roland Wöller spricht am Freitag mit dem Verein auch über Ideen über eine zukünftige Nutzung des Senders.  © DPA/Robert Michael

Titelfoto: Daniel Förster, Robert Michael/dpa

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