Windkraft-Befürworter drängen auf mehr Tempo beim Ausbau der Anlagen

Schwerin - Der Landesverband Erneuerbare Energien fordert wieder deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Windkraftnutzung in Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist hier rechts im Bild zu sehen.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist hier rechts im Bild zu sehen.  © DPA

"Die neu installierte Leistung ist in den vergangenen drei Jahren stetig gesunken und hat 2018 mit 127 Megawatt ihren bisher tiefsten Punkt erreicht. Das geplante jährliche Wachstum liegt aber nach dem Energiepolitischen Konzept bei 300 Megawatt", sagte der Vorsitzende des Verbands für erneuerbare Energien, Johann-Georg Jäger, am Mittwoch in Schwerin.

Das Land hinke somit immer weiter hinter den selbst gesteckten Zielen hinterher. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) müsse daher Klimaschutz und Energiewende endlich zur Chefsache machen, fordert er.

In ihrer am Dienstag vorgestellten Halbzeitbilanz bezeichnete die von Schwesig geführte Regierung Mecklenburg-Vorpommern weiterhin als einen "Vorreiter bei der Energiewende".

Auf den zuletzt geringen Ausbau der Windenergieanlagen angesprochen, verwies Schwesig auf den Bau großer Offshore-Anlagen vor der Küste Rügens. Dort werde zu Ostern der nächste Windpark offiziell in Betrieb genommen.

Jäger hingegen beklagte die nur schleppende Ausweisung neuer Eignungsgebiete an Land. "Während andere Bundesländer bereits bis zu 2 Prozent ihrer Fläche als Windeignungsgebiete ausgewiesen haben, liegt dieser Wert in Mecklenburg-Vorpommern bei nur 0,6 Prozent", konstatierte der frühere Grünen-Politiker.

Bis zum Jahr 2025 müsse der Flächenanteil im Nordosten auf mindestens 1,2 Prozent verdoppelt werden, um den Ersatz von Atom- und Kohlestrom sicherstellen zu können. Bis 2040 sollen es laut Jäger dann 2 Prozent sein.

Warum wächst der Widerstand aus der Bevölkerung gegen Windkraftanlagen?

Windräder zeichnen sich vor der untergehenden Sonne im Landkreis Vorpommern-Greifswald ab. Der Landesverband Erneuerbare Energien fordert deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Windkraftnutzung in Mecklenburg-Vorpommern.
Windräder zeichnen sich vor der untergehenden Sonne im Landkreis Vorpommern-Greifswald ab. Der Landesverband Erneuerbare Energien fordert deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Windkraftnutzung in Mecklenburg-Vorpommern.  © DPA

Allerdings formiert sich in vielen Regionen des Landes Widerstand gegen die Errichtung neuer, meist auch größerer Windanlagen, was die Planungen zum Teil verzögert.

Die Kritiker führen neben den Schlagschatten der sich bewegenden Rotoren und verschiedenen Geräuschbelastungen auch hohe Stromkosten als Argumente an. Neben den allgemeinen Umlagen für Ökostrom sorgen insbesondere erhöhte Netzkosten für überdurchschnittlich hohe Strompreise im Nordosten.

Der Bau von Windparks, Solar- und Biogasanlagen führte dazu, dass Mecklenburg-Vorpommern inzwischen doppelt so viel Strom erzeugt, wie im Land verbraucht wird. Im Jahr 2017 stammten hier laut Statistikamt rund 72 Prozent des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen.

In Mecklenburg-Vorpommern drehen sich derzeit knapp 2000 Windräder. Sie sorgen fast für die Hälfte der Stromproduktion im Nordosten der Bundesrepublik.

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