Ausnahme Windenergie: Studie lobt Bayerns Energiepolitik

München - Die Potenziale der Windenergie werden in Bayern nach einer aktuellen Studie noch immer unzureichend genutzt.

Sonne top, Wind flop: Beim Zeugnis für Bayern zur natürlichen Energiegewinnung ist noch Luft nach oben.
Sonne top, Wind flop: Beim Zeugnis für Bayern zur natürlichen Energiegewinnung ist noch Luft nach oben.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Den am Mittwoch in Berlin veröffentlichen Bundesländervergleich haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg im Auftrag von und in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energien zum sechsten Mal erstellt. Demnach belegt der Freistaat mit seinem Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung Platz sieben.

Hauptkritikpunkt ist die seit 2014 geltende 10H-Regel. Sie besagt, dass der Mindestabstand eines Windrads zur Wohnsiedlung mindestens das Zehnfache der Bauhöhe betragen muss. Mit der unzureichenden Nutzung der Potenziale der Windenergie landet der Freistaat auf Platz 14 und damit fast ganz am Ende des Rankings.

"Wir müssen intelligente Wege finden, dass wir trotz der 10-H-Abstandsregel die Windenergie wieder ins Spiel bringen", sagte der Landeschef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, bei einer Klausurtagung im September (TAG24 berichtete).

Experten kritisieren, dass durch dieses strikte Festhalten an der 10-H-Regel neue Windkraft-Flächen praktisch ausgeschlossen sind.

In Sachen Solarstromerzeugung ist Bayern vorne mit dabei.

Die sogenannte 10-H-Regel reduziert die Chancen, neue Windradflächen zu schaffen, als gegen Null tendierend. (Archiv)
Die sogenannte 10-H-Regel reduziert die Chancen, neue Windradflächen zu schaffen, als gegen Null tendierend. (Archiv)

"Solange die strikten Abstandsregelungen bestehen bleiben, dürfte sich das auch in Zukunft kaum ändern", so die Autoren.

Kritik dürfte auch hervorrufen, dass sich die CO2-Emissionen gemessen am Energieverbrauch von 2013 bis 2016 um 1 Tonne pro Terrajoule erhöht haben.

Dagegen nutze Bayern bei der Photovoltaik seine Potenziale mit deutlichem Abstand am besten aus.

Obwohl das Land bei der Solarstromerzeugung bereits weit an der Spitze steht, sei zwischen 2015 und 2018 (gemessen am Potenzial) die dritthöchste Leistung zugebaut worden, heißt es in der Studie.

Bei der Verstromung von Biomasse bewege sich Bayern aber nur im Mittelfeld (Platz neun).

Bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft entfalle mehr als die Hälfte des in Deutschland vorhandenen Potenzials auf den Freistaat – "und diese Chancen nützt das Land auch gut aus", loben die Autoren. 82,4 Prozent des vorhandenen Potenzials würden schon genutzt, was Rang drei bedeute.

Auch im Wärmebereich sei Bayern sehr gut aufgestellt, das Land führe deutlich beim Einsatz von Holz zur Wärmeerzeugung wie auch bei der Nutzung von Solarthermie.

Mehr zum Thema München Wirtschaft:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0