Zerstören Windkraft-Betreiber Horste bedrohter Seeadler?

Der Seeadler fühlt sich pudelwohl in der Uckermark, doch sein Lebensraum ist in Gefahr. (Symbolbild)
Der Seeadler fühlt sich pudelwohl in der Uckermark, doch sein Lebensraum ist in Gefahr. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Berlin/Uckermark - Der Seeadler ist ein schönes und elegantes Tier, aber auch bedroht. Strenge Auflagen gilt es einzuhalten, damit der mitunter weißköpfige Vogel in Brandenburg leben und überleben kann.

Leider sind vom Artenschutz nicht alle überzeugt und zerstören die Nester, die sich rein zufällig in der Nähe von geplanten Windparks befinden.

Es scheint ganz so, als gebe es in der Uckermark eine seltene Form des organisierten Verbrechens und die hat es offenbar auf den geschützten Seeadler abgesehen, wie der rbb berichtete.

Das brandenburgische Uckermark bietet mit seinen vielen Seen und Wälder ideale Bedingungen zum Nisten, aber auch zur alternativen Energiegewinnung - ein lukrativer Markt. Nicht selten nisten die Tiere genau an Orten, "wo Windkraftanlagen gebaut werden dürfen", heißt es. In letzter Zeit ist zu beobachten, dass immer wieder Seeadlerhorste zerstört werden.

Aufgrund von Kohle- und Atomausstieg ist die Windenergie gefragter denn je. Deshalb wird fleißig gebaut. (Symbolbild)
Aufgrund von Kohle- und Atomausstieg ist die Windenergie gefragter denn je. Deshalb wird fleißig gebaut. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

So geht das Umweltdezernat des Landkreises davon aus, dass bei Gebietserkundungen für mögliche Windkraftanlagen, die Horste zerstört wurden, um die erforderliche Genehmigung für einen Bau nicht zu gefährden.

Schließlich muss laut Brandenburger Nistschutzerlass ein Drei-Kilometer-Abstand von Windrädern zu Seeadlerhorsten eingehalten werden. Ein Dorn im Auge der potentiellen Windpark-Verantwortlichen.

Die mutmaßlichen Täter schreckten auch nicht davor zurück, die Eier zu entfernen, bevor sie entsprechende Bäume - die zuvor markiert wurden - samt dem Horst fällten. Der Umweltdezernent des Landkreises, Karsten Stornowski bestätigte in der rbb-Sendung "Brandenburg Aktuell" in drei Fällen dieses Vorgehen.

"Alle Aktivitäten sind in der Nähe von Windeignungsgebieten beziehungsweise direkt bei Fragen zur Genehmigung von Windanlagen getätigt worden", so Stornowski weiter.

2016, Anfang 2017 und im Mai 2017 gab es zuletzt illegale Aktionen, die vom Landkreis auch zur Anzeige gebracht wurden. Die Täter, sofern sie geschnappt werden, dürfen mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.


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