Schon wieder Porno-Viren im Umlauf: So werdet Ihr sie los!

Netz - In vielen E-Mail-Postfächern kursieren einmal mehr Nachrichten mit erpresserischen Inhalten.

Ein Hacker überprüft permanent die Geldeingänge auf seinem Bitcoin-Account (Symbolbild).
Ein Hacker überprüft permanent die Geldeingänge auf seinem Bitcoin-Account (Symbolbild).  © 123RF/Sergiy Tryapitsyn

Die Hacker, die solche Nachrichten verschicken, drohen oft damit, Videos zu veröffentlichen, die sie mittels der Webcam der Empfänger aufgenommen haben.

Die Videos zeigen aber keinen süßen Catcontent, sondern angeblich die Empfänger, als sie Porno-Websites besucht haben.

In schwammigen Umschreibungen spielen sie auf heikle Szenen an, die die Leser beim Selbstbefriedigen zeigen sollen (TAG24 berichtete).

Damit die Videos nicht veröffentlicht werden, soll man binnen weniger Tage eine beachtliche Summe Geld überweisen. Dafür nutzen die Erpresser oft die Krypto-Währung Bitcoin, da sich die Zahlungen nicht zurückverfolgen lassen.

Zwar sinken die Forderungssummen in letzter Zeit immer weiter, die Hacker haben gemerkt, dass da die Zahlungsbereitschaft höher ist. Aber die Polizei warnt immer wieder, man solle nichts zahlen. In den meisten Fällen liegen nämlich gar keine Videos vor.

Die Hacker haben sich nur die Accountdaten von beispielsweise Online-Shops oder Diskussionsforen gekauft, damit sie die E-Mail-Adressen bekommen und mit ihrer Drohung ein aktuelles Passwort übermitteln können.

Alte Masche mit neuer Schadsoftware

Ein Geschädigter wurde beim Masturbieren mit seiner eignen Webcam gefilmt (Symbolbild).
Ein Geschädigter wurde beim Masturbieren mit seiner eignen Webcam gefilmt (Symbolbild).  © 123RF/Александр Марко

Nun hingegen sollen Hacker tatsächlich in Besitz eines Virus gekommen sein, dass sie mit simplen Spam-Mails an ihre Opfer versenden.

Das sogenannte PsiXBot-Virus wird meist mit einem Dateianhang im .doc-Format verschickt und installiert sich selbst im Hintergrund.

Betroffene merken es gar nicht, dass die Schadsoftware nun auf dem Rechner ist und sie unter permanenter Beobachtung stehen könnten.

Das Virus ist so programmiert, dass es erst aktiv wird, wenn der Nutzer Websites besucht, die bestimmte Schlagwörter in der Beschreibung beinhaltet. Diese könnten beispielsweise "Porno", "Frauen" oder "nackt" lauten.

Danach schaltet sich die angeschlossene Kamera an und im Hintergrund wird tatsächlich aufgezeichnet, was diese filmt. Ein Kontrolllämpchen ließe sich in dem Fall aus der Ferne abschalten. Der oder die Gefilmte weiß also nicht, das gerade gefilmt wird.

Das könnte nun eine Katze sein, die nur über die Tastatur gelaufen ist und dabei aus Versehen die Porno-Seite öffnete. Aber es könnte auch passieren, wenn ein Mann oder eine Frau die Seite besucht und dabei eine Hand in der Hose hat...

So werdet Ihr die Viren los

Auf Websites, wie dieser, könnte das neue Virus aktiviert werden (Symbolbild).
Auf Websites, wie dieser, könnte das neue Virus aktiviert werden (Symbolbild).  © 123RF/Stas Vulkanov

Dann geht das Spiel wieder von vorne los. Man bekommt E-Mails mit dem Inhalt, dass man beim Masturbieren gefilmt wurde und man einen bestimmten Betrag an ein bestimmtes Bitcoin-Konto überweisen soll - andernfalls wird der schlüpfrige Film veröffentlicht.

Doch dieses Mal haben die Erpresser wirklich das besagte Videomaterial!

Wenn es soweit kommt, rät die Polizei zur Anzeige. Bislang soll noch kein solches Video veröffentlicht worden sein. Es drohe also keine unmittelbare Gefahr.

Doch was kann man tun, damit es gar nicht erst soweit kommt? TAG24 klärt Euch auf!

Wer sich kein Antivirenprogramm kaufen möchte, laut PCrisk würden Avast und BitDefender die neueste Viren-Art bereits erkennen, kann auch jedes Mal selbst seinen Rechner auf folgende Weise danach durchsuchen.

Schritt 1

Überprüft mittels Task-Manager (Tastenkombination: Strg + Shift + Esc), welche Programme geöffnet sind. Malware, also Viren, die unbemerkt im Hintergrund laufen und Videos aufzeichnen könnten, werden dort nämlich mit angezeigt.

Fällt Euch ein Programm auf, welches Ihr nicht kennt, ist das ein Indiz für einen Virus. Es könnte beispielsweise etwas wie Trojaner, PsiXBot oder andere kryptische Bezeichnungen im Namen haben. Oft steht auch ein völlig unbekanntes, nahezu sinnlos Emoji als Symbol voran. Dieses soll die Software verharmlosen, damit sie nicht deinstalliert wird.

Schritt 2

Ladet Euch das Microsoft-Programm "Autoruns" herunter. Es zeigt Euch an, welche Programme direkt beim Start des Computers geöffnet und ausgeführt werden. Das Programm gibt es hier zum Download (kosten- und schadsoftware-frei).

Das Programm wird jedoch noch nicht geöffnet!

Schritt 3

Startet Windows im abgesicherten Modus mit Netzwerk-Funktion. Wie das funktioniert, erklären diese drei Videos für Windows 7 beziehungsweise 8 oder 10.

Unter den Videos geht es weiter mit der praktischen TAG24-Virenentfernungs-Anleitung.

Schritt 4

Entpackt das Autoruns-Archiv, beispielsweise mit der lebenslangen kostenfreien Testversion von Winzip.

Danach öffnet Ihr das Autoruns-Programm. Es heißt Autoruns.exe.

Schritt 5

Klickt in Autoruns auf "Optionen" und wählt "Leere Speicherorte ausblenden" und "Windows-Einträge ausblenden". Schließt das Menü und klickt danach auf "Aktualisieren" (grüne Pfeile auf weißem Papier, zweites Symbol).

Überprüft danach genau die Liste mit allen Einträgen. Irgendwo muss sich die Malware eingeschlichen haben, die Ihr entfernen wollt.

Kopiert den Namen der Schadsoftware beziehungsweise schreibt ihn auf ein Blatt Papier. Er wird später noch einmal wichtig.

Klickt nun mit rechts auf das Virus und wählt "Löschen" oder "Deinstallieren".

Bitte löscht danach auch die kompletten Autoruns-Dateien. Dies verhindert, dass die Software noch irgendwo in den Pfaden aktiv ist.

Schritt 6

Öffnet den Explorer und sucht auf dem ganzen PC nach dem Dateinamen, den Ihr vorhin notiert habt. Sollte das Programm weiterhin auftauchen, genügt nun ein Rechtsklick und das Auswählen von "Löschen".

Schritt 7

Startet den Computer neu, so wie Ihr es immer tut. Das war's!

So vermeidet Ihr die Installation von Malware

Eine Frau verzweifelt, weil ihr Laptop gehackt wurde. Mit den TAG24-Tipps wäre das nicht passiert... (Symbolbild)
Eine Frau verzweifelt, weil ihr Laptop gehackt wurde. Mit den TAG24-Tipps wäre das nicht passiert... (Symbolbild)  © 123RF/Andriy Popov

Da das Entfernen von Viren sehr aufwendig ist, empfiehlt sich die manuelle Prozedur nur erfahrenen Computer-Anwendern. Alle anderen sollten unbedingt ein Anti-Viren-Programm benutzen.

Oder die Installation von Viren direkt vermeiden. Wie das geht, erklärt TAG24 natürlich auch!

Öffnet nur Anhänge von E-Mails, wenn Ihr den Absender kennt.

Viren werden oft als Rechnung im .doc-Format versendet. In wirklichen, geschäftlichen Angelegenheiten würde niemand eine Rechnung als .doc versenden. Das ist also eine Bedrohung!

Ladet Programme nur von offiziellen Quellen herunter, genauso Updates.

Downloader und Installer von Drittanbietern enthalten oft Schadsoftware und unerwünschte Anwendungen - Finger weg!

Installierte Programme und Betriebssysteme sollten immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Das macht sie schwerer infizierbar.

Hochwertige Programme, die illegal genutzt werden, beinhalten oft sogenannte Risse in der Software-Struktur. Dadurch haben es Hacker leicht, sich Zugriff auf den Rechner zu verschaffen. Bezieht nur offizielle Programme!

Seriöse Anti-Viren- und Anti-Spyware-Programme sollten immer im Hintergrund laufen. Sie erkennen Malware, Viren und andere Gefahren, bevor es zu spät ist. Mac-User brauchen sich kaum zu fürchten: kaum ein Virus kann einen Apple-Computer befallen.

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