Wer hat an der Uhr gedreht? Und warum eigentlich?

Lange abends im Hellen draußen sitzen und feiern: Biergärten bleiben die größten Nutznießer der Sommerzeit.
Lange abends im Hellen draußen sitzen und feiern: Biergärten bleiben die größten Nutznießer der Sommerzeit.

Deutschland - In dieser Nacht - genau um drei Uhr - geht die diesjährige Sommerzeit zu Ende. Die Zeiger der Uhren werden auf zwei Uhr zurückgedreht.

Die alljährlich zweimalige Zeitumstellung hat uns die Ölkrise von 1973 eingebrockt. Eifrige Wissenschaftler errechneten damals, dass Millionen D-Mark an Beleuchtungskosten gespart werden können.

Ihre einfache Formel lautete: Je länger es hell ist, desto später wird der Lichtschalter betätigt. So richtig nachgerechnet hat das allerdings niemand.

Trotzdem beschlossen die meisten EU-Länder 1975 die Einführung der Sommerzeit. Auch in der DDR tickten die Uhren anders: Honecker führte die Zeitumstellung erstmals im Sommer 1980 ein. Seit 1996 gelten EU-weit einheitlich zwischen 30 oder 31 Wochen Sommerzeit. Und alle drehen gleichsam an der Uhr herum.

„Schafft die Sommerzeit endlich ab!“ - Schon 65 solcher Petitionen liegen dem Deutschen Bundestag vor.
„Schafft die Sommerzeit endlich ab!“ - Schon 65 solcher Petitionen liegen dem Deutschen Bundestag vor.

Früher war das Umstellen der Uhren vor allem für Betriebe und Institutionen mit Hunderten Uhren eine Tortur.

Heute stellen sich Computer und Smartphones ganz automatisch und moderne Funkuhren per Befehl aus der Luft um. Sie nehmen nachts Kontakt mit dem Zeitsender in Mainflingen (bei Frankfurt/Main) auf. Reichweite: 2000 Kilometer. Um drei Uhr hasteten letzte Nacht die Zeiger 23 Stunden vorwärts - von 3 auf 2 Uhr.

Inzwischen hat sich durch Energiespar- und LED-Lampen das Argument der Energieersparnis weitgehend erübrigt.

Warum halten wir dennoch an der Zeitumstellung fest? Vielleicht wollen wir zur Sommerzeit einfach länger im Hellen im (Bier-)Garten sitzen!?

Umstellungs-Gegner machen Politikern Druck

Innerhalb eines halben Jahres kamen über 55.000 Unterstützer zusammen.
Innerhalb eines halben Jahres kamen über 55.000 Unterstützer zusammen.

Weg mit der Sommerzeit – her mit der Normalzeit! Dafür plädiert Mediziner Hubertus Hilgers und rief im Mai 2013 eine Petition zur „Beibehaltung der Normalzeit“ ins Leben. Innerhalb eines halben Jahres kamen über 55.000 Unterstützer zusammen. Inzwischen sind es rund 90.000 europaweit.

„Als ich die Petition im April 2014 dem Petitionsausschuss in Berlin vorlegte, lagen bereits 64 weitere Eingaben zu dem Thema vor“, erzählt Hubertus Hilgers.

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages leitete unterdessen die Petitionen zur Abschaffung der Sommerzeit an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie an das Europäische Parlament weiter.

„Dort liegen sie jetzt und es heißt Abwarten.“

Vor oder zurück?

Zur SOmmerzeit vOrstellen, zur WInterzeit hInunterstellen.
Zur SOmmerzeit vOrstellen, zur WInterzeit hInunterstellen.

Jedes Jahr stellen wir uns zweimal die Frage: Müssen wir die Uhr jetzt vor- oder zurückstellen? Etliche Eselsbrücken sollen bei der Antwort helfen. Sucht Euch einfach eine passende aus:

  • Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel VOR die Tür. Im Herbst stellt man sie ZURÜCK in den Keller.
  • Zur SOmmerzeit vOrstellen, zur WInterzeit hInunterstellen.
  • Die Uhr wird immer in Richtung Sommer gestellt: Nach VORN, wenn er vor uns liegt. ZURÜCK, wenn er hinter uns liegt.
  • Der Sommer ist warm - also etwas Positives: VOR stellen. Der Winter kalt - also negativ: ZURÜCK stellen.
  • Im Winter sind die Temperaturen im Minusbereich (ZURÜCK stellen). Im Sommer sind sie im Plusbereich (VOR stellen).
  • Im Winter gibt es Winterschlaf - also eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden ZURÜCK gestellt.
  • FRÜHER aufstehen ist im FRÜHjahr, denn dann wird die Uhr VOR gestellt.
  • Im Frühling kommen mehr leicht bekleidete Frauen VOR. Im Herbst geht das dann ZURÜCK.

Fotos: imago


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